DAX: Ölpreis-Erleichterung!
Nachlassender Öldruck stützte den deutschen Leitindex, während das Konsumklima im Oktober weiter sank.

- DAX schloss 0,5 Prozent höher
- Konsumklima fiel auf minus 30,6 Punkte
- Geschäftsklima verbesserte sich im September
- Ölpreise sanken nach diplomatischen Sondierungen
Gegenläufige Konjunktursignale und geopolitische Entwicklungen haben das Geschehen am deutschen Aktienmarkt zum Ende der Handelswoche geprägt. Während eine deutliche Eintrübung der Verbraucherstimmung die Binnenkonjunktur dämpfte, sorgten diplomatische Signale und nachgebende Rohölnotierungen für Entlastung.
Der Leitindex beendete den Handel am Freitag mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent bei 25.395,42 Punkten. Damit liegt das Börsenbarometer 4,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Gemischte Signale aus der deutschen Wirtschaft
Auf der konjunkturellen Seite dominierten zum Wochenschluss widersprüchliche Daten. Das Konsumklima von NIM und GfK fiel für Oktober auf minus 30,6 Punkte zurück, nachdem der Wert im Vormonat noch bei minus 26,8 Zählern gelegen hatte. Die zunehmende Verunsicherung der Verbraucher bremst damit weiterhin die Konsumdynamik.
Dem standen zuletzt positivere Signale aus den Chefetagen gegenüber. Am Donnerstag hatte das ifo Institut berichtet, dass der Geschäftsklimaindex im September auf 89,9 Punkte gestiegen war, nach 88,8 Punkten im August.
Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen wurden von den befragten Unternehmen besser bewertet. Zudem hob die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose in ihrer Herbstprognose die Erwartung für das preisbereinigte deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 um 0,7 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent an.
Das Bundeswirtschaftsministerium wies am Donnerstag zugleich darauf hin, dass sich die Dynamik zu Beginn des dritten Quartals durch hohe Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten vorübergehend abgeschwächt haben dürfte.
Diplomatische Sondierungen dämpfen den Ölpreis
Dass der Leitindex die Verluste der vorangegangenen Tage dennoch abschütteln konnte, hing vor allem mit der Entspannung an den Energiemärkten zusammen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sondierten Unterhändler der USA und des Iran in New York Möglichkeiten für einen schrittweisen Ausstieg aus dem militärischen Konflikt, einschließlich einer Öffnung der Straße von Hormus.
Die Aussicht auf eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten ließ den Ölpreis nachgeben, nachdem Notierungen über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel die Märkte zur Wochenmitte noch belastet und Zinsängste geschürt hatten. Im Zuge der Beruhigung bei den Treibstoff- und Energiekosten traten die Sorgen vor einem erneuten Inflationsschub am Freitag vorerst in den Hintergrund.
Termine der kommenden Handelswoche
In der neuen Woche stehen für Anleger vor allem Unternehmensveranstaltungen und Notenbanktermine auf der Agenda. Am Montag veranstaltet der Schweizer Pharmakonzern Roche einen Pharma Day, während TotalEnergies zu einem Investor Day lädt. Zudem werden am Montagnachmittag neue Daten des Dallas-Fed-Index für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht.
Am Dienstag folgt der Capital Markets Day des Münchener Automobilherstellers BMW. Auf geldpolitischer Ebene kommt der Rat der Europäischen Zentralbank am Mittwoch in Frankfurt zu einer turnusmäßigen, nicht geldpolitischen Sitzung zusammen.
Auf Indexebene bleibt das Tableau vorerst stabil: Die planmäßige Überprüfung der Zusammensetzung brachte zu Wochenbeginn keine personellen Veränderungen im DAX hervor, der nächste offizielle Überprüfungstermin durch STOXX ist für den 3. Dezember angesetzt.
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