DAX: Ölpreise stützen nach Wahlschock

Der DAX startet fester, während fallende Ölpreise stützen. Politische Unsicherheit und Nahost-Risiken begrenzen jedoch die Erholung.

Die Kernpunkte:
  • Leitindex vorbörslich 0,4 Prozent höher
  • CDU verliert erstmals Landtagsmandat
  • Ölnotierungen geben deutlich nach
  • 100-Tage-Linie bleibt wichtige Unterstützung

Drei schwache Wochen in Folge, ein Rückfall an die 100-Tage-Linie – und dann ausgerechnet die Wahlergebnisse aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Trotzdem zeigt der DAX zum Wochenstart Stabilisierungstendenzen. Der Leitindex notiert vorbörslich rund 0,4 Prozent höher bei 25.418 Punkten.

Am Freitag hatte der Index noch 1,6 Prozent verloren und war auf 25.304,06 Punkte gefallen. Damit rückt der Abstand zum Rekordhoch vom 28. August bei 26.618,74 Punkten weiter in den Hintergrund. Zwischen aktuellem Kurs und Allzeithoch liegen inzwischen fast 1.200 Punkte.

Politischer Druck auf Merz wächst

Das eigentliche Gesprächsthema unter Anlegern sind derzeit weniger Zahlen als Wahlurnen. Rechts- und Linkspopulisten gewannen deutlich in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Besonders bemerkenswert: Die CDU flog in Mecklenburg-Vorpommern erstmals überhaupt aus einem Landesparlament. Bundeskanzler Friedrich Merz signalisierte trotz wachsendem Druck aus den eigenen Reihen, am eingeschlagenen Reformkurs festhalten zu wollen.

Für den DAX bedeutet das zunächst keine unmittelbare Kursreaktion, wohl aber ein Stück politische Unsicherheit, die sich in den kommenden Wochen in der Stimmung niederschlagen könnte. Wie stark sich das auf die Reformagenda der Regierung auswirkt, bleibt vorerst offen.

Ölmarkt entspannt sich trotz Nahost-Risiken

Unterstützung kommt von der Rohstoffseite. Die Ölpreise sind zuletzt deutlich gesunken, wenn auch von hohem Niveau aus. Die Lage bleibt widersprüchlich: Der Iran signalisierte über seinen obersten Sicherheitskoordinator am Wochenende Bereitschaft, den Konflikt mit den USA auf Basis des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens zu beenden. Zeitgleich richtete das iranische Militär erneut Drohungen gegen die USA und ihre Verbündeten.

US-Präsident Donald Trump befeuerte die Unsicherheit zusätzlich. Er sprach von einem „Entscheidungsmodus“ und deutete an, dass in naher Zukunft „große Dinge“ passieren könnten. Ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung in New York in dieser Woche schloss er nicht aus.

Die 100-Tage-Linie bei rund 25.285 Punkten bleibt damit die entscheidende Marke für die Woche. Sie hatte den Index bereits am Dienstag zuvor aufgefangen. Hält sie erneut, wäre das ein erstes technisches Signal für eine Bodenbildung nach dem Rekordhoch vom August.

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