DAX: Ölpreisrückgang beflügelt Start
Ein Waffenstillstand zwischen USA und Iran treibt den DAX an. Der fallende Ölpreis entlastet die Konjunkturerwartungen, doch Kernfragen bleiben offen.

- Rahmenabkommen zwischen USA und Iran
- Brent-Öl fällt um rund fünf Prozent
- DAX vor Handelsstart im Plus
- Offene Atomfragen bleiben ungelöst
Ein Waffenstillstand, der lange ausstand — und nun die Märkte antreibt. Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung ihres Krieges geeinigt. Für den DAX bedeutet das zum Wochenstart kräftigen Rückenwind.
Frieden am Golf treibt Kurse
Das Abkommen sieht ein sofortiges Ende der Militäroperationen an allen Fronten vor, einschließlich des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Die für den globalen Energiehandel entscheidende Straße von Hormus soll nach der formellen Unterzeichnung am Freitag in Genf wieder geöffnet werden — eine Minenräumung macht eine sofortige Öffnung vorerst unmöglich. Trump ordnete parallel die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen an.
Die Märkte reagierten umgehend. Brent-Rohöl fiel um rund fünf Prozent — ein direkter Entlastungsschlag für Inflation und Konjunkturerwartungen. Asiatische Börsen schossen nach oben: Der Nikkei 225 legte rund 4,8 Prozent zu. Der DAX wurde vor Handelsstart rund 1,6 Prozent höher auf etwa 25.043 Punkte taxiert.
Noch offene Fragen bremsen den Optimismus
Das Rahmenabkommen ist ein erster Schritt — mehr nicht. Das Atomprogramm des Iran, sein Raketenarsenal und die regionalen Stellvertreter-Netzwerke bleiben ungelöst. Experten warnen, dass genau jene Punkte, die zum Krieg führten, im Abkommen ausgeklammert wurden. Eine 60-tägige Verhandlungsphase soll diese Kernfragen nun adressieren — ein diplomatischer Prozess mit erheblichen Hürden.
Neben dem Iran-Deal sorgte auch der milliardenschwere Börsengang von SpaceX in den USA für gute Stimmung. Beides zusammen verschafft dem deutschen Aktienmarkt einen soliden Wochenauftakt.
Das Allzeithoch des DAX liegt noch immer bei 25.507 Punkten, markiert im Januar dieses Jahres. Ob der aktuelle Impuls ausreicht, um diesen Stand erneut zu testen, hängt maßgeblich davon ab, ob die Waffenruhe in den kommenden Tagen stabil bleibt — und die Unterzeichnung am Freitag wie geplant stattfindet.
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