DAX: Ölpreisschock bremst Erholung
Der DAX kämpft mit geopolitischen Risiken, da steigende Energiepreise die Inflationsängste schüren und die jüngste Erholung ausbremsen. Der Index verlor seit seinem Allzeithoch über sieben Prozent.

- Ölpreis steigt auf höchsten Stand seit 2022
- DAX verliert über sieben Prozent vom Allzeithoch
- Technische Indikatoren deuten auf Gegenbewegung hin
- Euro fällt gegenüber dem US-Dollar
Der Nahostkonflikt lässt die Märkte nicht zur Ruhe kommen. Während der DAX gerade begonnen hatte, sich von seinem jüngsten Einbruch zu erholen, treiben erneut steigende Energiepreise die Anleger auf die Barrikaden.
Öl als Spielverderber
Zu Wochenbeginn war der Preis für ein Fass Brent-Rohöl zeitweise auf fast 120 Dollar geschossen – der höchste Stand seit 2022. Eine kurze Verschnaufpause folgte, doch am heutigen Donnerstag kostet das Barrel bereits wieder rund 100 Dollar. Der Grund: Der Iran intensiviert seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Golfregion, um den Kriegsparteien die Kosten des Konflikts spürbar zu machen. Die Freigabe strategischer Ölreserven durch führende Industrienationen hat die Lage bisher kaum entspannt.
Das hat direkte Folgen für die Inflationserwartungen. Jeder Anstieg des Ölpreises um 15 Dollar je Barrel erhöht den europäischen Verbraucherpreisindex um rund 0,3 Prozentpunkte – kein Wunder also, dass Anleger nervös reagieren.
Der DAX eröffnete am Donnerstag mit einem Minus von gut 0,3 Prozent bei rund 23.578 Punkten. Seit dem Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten hat der Index damit mehr als sieben Prozent verloren.
Charttechnik sendet gemischte Signale
Immerhin: Der schlimmste Abverkauf scheint vorerst gestoppt. Zwischen dem 27. Februar und dem 9. März verlor der DAX innerhalb von sieben Handelstagen rund 9,8 Prozent – vom lokalen Hoch bei 25.405 Punkten bis auf ein Tief von 22.922 Punkten. Dieses Niveau entspricht dem Stand vom vergangenen Mai.
Seitdem zeigt der Markt erste Lebenszeichen. Ein technisches Kaufsignal der Slow Stochastik – einem Trendfolge-Indikator – deutet auf eine mögliche Gegenbewegung hin. Die erste ernsthafte Hürde wartet bei 24.067 Punkten, dem Tageshoch vom 10. März. Wird diese Marke überwunden, könnte der gleitende 200-Tage-Durchschnitt als nächstes Ziel in den Fokus rücken. Historisch betrachtet folgt nach einem sogenannten „Gap Down“ in rund 73 Prozent der Fälle innerhalb von zehn Handelstagen eine Rally von mindestens zwei Prozent.
Euro gibt nach, Dollar profitiert
Auch am Devisenmarkt hinterlässt die Unsicherheit ihre Spuren. Der Euro fiel am Donnerstagmorgen auf 1,1555 Dollar – ein weiterer Schritt in einer Abwärtsbewegung, die seit Beginn der Angriffe auf den Iran Ende Februar insgesamt mehr als zwei Cent umfasst. In Krisenzeiten fließt Kapital traditionell in den Dollar, was die Gemeinschaftswährung unter Druck setzt.
Impulse für den weiteren Tagesverlauf könnten die US-Arbeitsmarktdaten liefern: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stehen am Nachmittag auf dem Programm. Geopolitik bleibt jedoch das beherrschende Thema – solange der Ölpreis nicht nachhaltig zurückkommt, dürfte der Erholungsspielraum für den DAX begrenzt bleiben.
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