DAX: Oktoberstart unter Druck
Anleiherenditen und Inflationsängste setzen den DAX unter Druck; die 25.000-Punkte-Marke rückt näher.

- Vorbörsliche DAX-Indikation 0,4 Prozent niedriger
- Septemberbilanz des DAX bei minus vier Prozent
- Micron-Ausblick stark, Kostenrisiken steigen
- Lagarde schließt Finanzkrise in Frankreich aus
Der Oktober beginnt für den deutschen Leitindex mit einem Dämpfer. Zins- und Inflationssorgen belasten, und die Marke von 25.000 Punkten rückt erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder in Reichweite.
Anleiherenditen geben den Takt vor
Der vorbörsliche Handel deutet auf einen schwachen Start hin. Zwei Stunden vor Xetra-Beginn lag die Indikation von IG mit 0,4 Prozent im Minus bei 25.107 Punkten. Gelingt der Abschlag, wäre es der tiefste Stand seit Ende Juli.
Den September hatte der DAX bereits am unteren Rand seiner Monatsspanne beendet, die Monatsbilanz lag bei minus vier Prozent. Hohe Inflationszahlen aus mehreren europäischen Ländern hatten das Minus am Mittwoch noch vergrößert.
Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht die Anleiherenditen als wichtigsten Taktgeber: „Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den Dax, der aus seiner Handelsspanne nach unten herauszufallen droht.“
Der letzte Rekord liegt noch nicht lange zurück. Am 28. August markierte der Index ein Allzeithoch von 26.618,74 Punkten.
Micron sorgt für gemischte Signale
Die Vorgaben sind uneinheitlich. Die New Yorker Börsen schlossen nach dem Xetra-Handel im Minus, die US-Futures erholten sich über Nacht nur teilweise. Am Mittwoch hatten zwar niedrigere Inflationsdaten gestützt, doch die Sorge vor steigenden Ölpreisen im Zuge des Iran-Kriegs überwog zum Handelsende.
Im Fokus steht der Chipkonzern Micron. Er gab nach US-Börsenschluss einen starken Ausblick, warnte aber auch vor steigenden Kosten. Die Reaktion beim Unternehmen selbst fiel zunächst verhalten aus. In Asien dagegen zogen die technologielastigen Märkte an: Der Nikkei legte im späten Handel um rund 3 Prozent zu, auch Südkorea notierte im Plus. Leicht gefallene Ölpreise halfen dabei.
Lagarde sieht keine Finanzkrise
Aus der Geldpolitik kommt ein beruhigendes Signal. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnete die Lage der französischen Staatsfinanzen als ernst, schloss aber eine Krise wie 2008 oder 2011 aus. Das europäische Finanzsystem sei deutlich robuster. Frankreich brauche einen glaubwürdigen Konsolidierungspfad und Reformen, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Der Handelstag entscheidet damit über die Frage der 25.000er-Marke. Der DAX schloss am Mittwoch bei 25.199 Punkten, der X-DAX notierte zuletzt bei rund 25.079 Punkten. Fällt der Index im Tagesverlauf darunter, wäre die Handelsspanne der vergangenen Wochen nach unten verlassen.
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