DAX: PCE-Daten geben Donnerstag den Ton vor

Der DAX schließt knapp unter 25.000 Punkten. EZB-Zinserhöhung und US-Inflationsdaten prägen die neue Handelswoche.

Die Kernpunkte:
  • DAX schließt minimal im Minus
  • EZB erhöht Leitzins auf 2,25 Prozent
  • US-PCE-Daten als Wochenhighlight
  • Charttechnisch seitwärts mit Aufwärtspotenzial

Knapp unter der runden 25.000-Punkte-Marke — so verabschiedete sich der DAX in das Wochenende. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 24.985 Punkten, ein minimales Minus von 0,16 Prozent. Die Woche davor lief besser: Plus 1,42 Prozent, getragen von Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen.

Infineon legte am Donnerstag 6,4 Prozent zu, Siemens Energy 4,5 Prozent, Lufthansa 3,2 Prozent. Auf der anderen Seite brachen BMW und Volkswagen in der Kalenderwoche 25 um mehr als zehn beziehungsweise neun Prozent ein. Der Volatilitätsindex VDAX-NEW schloss die Woche bei 16,18 Punkten — ein Niveau, das keine besondere Anspannung signalisiert.

EZB erhöht, Inflation bleibt hoch

Das eigentliche Thema sitzt tiefer. Die EZB hob am 11. Juni die Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte an. Der Einlagensatz liegt jetzt bei 2,25 Prozent. Auslöser war ein Inflationsanstieg im Euroraum auf 3,2 Prozent im Mai. Zeitgleich sank die Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 Prozent. Wenig Spielraum für Optimismus.

Der nächste EZB-Zinsentscheid folgt erst am 23. Juli. Am Freitag dieser Woche spricht Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Märkte werden seine Aussagen auf Hinweise zur weiteren Geldpolitik abklopfen.

Datenwoche mit PCE im Mittelpunkt

Die kommende Woche bringt eine dichte Folge von US-Konjunkturdaten. Dienstag kommen die Einkaufsmanagerindizes für Juni. Donnerstag folgt das wichtigste Paket: das finale BIP für das erste Quartal, Auftragseingänge für langlebige Güter und — besonders beachtet — der PCE-Preisindex für Mai. Freitag rundet die Universität Michigan ihre Verbraucherstimmungsumfrage ab.

Für den DAX sind diese Zahlen relevant, weil die Korrelation mit dem US-Markt eng bleibt. Ein schwächerer Dollar oder überraschend hohe Inflation in den USA können den exportlastigen Index schnell unter Druck setzen. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1468 Dollar — nach einem wöchentlichen Rückgang von knapp einem Prozent.

Charttechnik: Seitwärts mit Potenzial nach oben

Technisch bewegt sich der DAX in einem Kanal zwischen rund 24.600 und 25.400 Punkten. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 25.507 Punkten beträgt noch gut zwei Prozent. Nach unten liegt die erste relevante Unterstützung im Bereich 24.950 Punkte, darunter folgt eine Zone um 24.750 bis 24.886 Punkte.

Der 50-Tage-Durchschnitt bei 24.511 Punkten liegt klar unter dem aktuellen Kurs — ein konstruktives Zeichen. RSI und gleitende Durchschnitte deuten auf moderate Kaufsignale hin, solange der Index seinen Aufwärtstrend hält.

Nächste Hauptversammlungen stehen ab Montag an: Porsche AG, Delivery Hero und Aroundtown eröffnen den Reigen, Porsche Automobil Holding folgt am Mittwoch. Kursbewegungen bei einzelnen DAX-Mitgliedern rund um diese Termine sind möglich — den Ton für die Gesamtrichtung aber geben Donnerstags PCE-Daten vor.

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