DAX: Polen zeigt, wie es geht
Der DAX legt 2026 nur moderat zu, während Polens WIG20 stark gewinnt. Euro-Schwäche und trübe Konsumdaten erhöhen den Druck.

- WIG20 gewinnt rund 26 Prozent
- DAX kommt auf etwa drei Prozent
- EU-Mittel treiben Polens Börsenrallye
- Euro notiert bei 1,1450 Dollar
Der DAX kommt 2026 nur schwer vom Fleck. Rund drei Prozent Plus seit Jahresbeginn stehen zu Buche — ein mageres Ergebnis, wenn man auf den Nachbarn im Osten blickt. Der polnische Leitindex WIG20 hat im gleichen Zeitraum rund 26 Prozent zugelegt und lässt Frankfurt damit weit hinter sich.
Getrieben wird die polnische Rallye von milliardenschweren EU-Fördermitteln, historisch günstigen Bewertungen und einer Aufstufung im Anlegerinteresse. Für den DAX bedeutet das: Kapital, das in Warschau höhere Renditen wittert, fließt nicht zwangsläufig nach Deutschland.
Der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich sich europäische Märkte im laufenden Jahr entwickeln — während der französische Leitindex sich kaum bewegt, hat Polen einen Nerv bei Investoren getroffen.
Euro-Schwäche als zusätzliche Belastung
Parallel zur mageren Index-Performance gerät auch der Euro unter Druck. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1450 Dollar, etwas schwächer als am Morgen. Grund dafür sind enttäuschende Konjunkturdaten: Der Indikator für das Konsumklima in der Eurozone fiel im September auf minus 16,5 Punkte — stärker als von Volkswirten erwartet.
EZB-Chefvolkswirt Philip Lane warnte zudem vor einer zweiten Welle steigender Energiepreise, die die Inflation länger auf erhöhtem Niveau halten könnte. Ein rückläufiger Ölpreis dämpfte die Inflationssorgen am Dienstag zwar etwas und spricht gegen weitere Zinsschritte der EZB — für den Euro blieb der Effekt trotzdem belastend.
Für den DAX ergibt sich daraus ein zwiespältiges Bild. Die schwache Konsumstimmung in der Eurozone bremst die Wachstumsaussichten für deutsche Exportwerte, während die Aufmerksamkeit der Investoren zunehmend auf Märkte wie Polen wandert, die günstiger bewertet sind und stärker von EU-Fördergeldern profitieren.
Ob der DAX im weiteren Jahresverlauf aufholen kann, dürfte auch davon abhängen, wie sich die Energiepreise und die EZB-Zinspolitik in den kommenden Wochen entwickeln.
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