DAX: Politik bremst die Erholung

Schwache US-Daten stützen die Märkte, doch hohe Renditen und politische Risiken bremsen den DAX-Aufschwung.

Die Kernpunkte:
  • DAX notiert nahe 25.260 Punkten
  • Französische Renditen liegen über Bundesanleihen
  • Euro fällt unter 1,12 US-Dollar
  • Morgan Stanley stuft Continental höher ein

Der DAX startet ohne großen Schwung in die Woche, doch unter der Oberfläche brodelt es. Zwischen schwachen US-Arbeitsmarktdaten, französischen Anleiherenditen und einem fallenden Euro suchen Anleger nach Orientierung. Vorbörslich deutet sich ein Plus von 0,1 Prozent auf rund 25.260 Punkte an.

Zwischen Rekord und Rücksetzer

Ende August markierte der Leitindex ein Rekordhoch bei 26.618 Punkten. Seither belasten steigende Ölpreise und deutlich höhere Anleiherenditen. Am Donnerstag rutschte der DAX bis auf 24.831 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juli.

Am Freitag folgte eine leichte Erholung. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel schwächer aus als erwartet und dämpfte Inflations- und Zinssorgen. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Fed sank damit spürbar. Asiens Börsen setzten die positiven Vorgaben der Wall Street in Gewinne um, vor allem Technologiewerte waren gefragt.

In Europa fehlt diese Entlastung. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen liegt deutlich über der von Bundesanleihen, was Marktteilnehmer als Misstrauen gegenüber Frankreichs Fiskalpolitik deuten. Hohe Energiepreise halten zudem die Inflationssorgen am Leben und belasten über teureres Benzin den privaten Konsum.

Euro schwächelt, Politik rückt in den Vordergrund

Der Euro setzte seine Talfahrt fort und fiel unter 1,12 Dollar. Exporteure profitieren davon. Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners sieht dahinter allerdings ein größeres Problem: „Anleger entziehen dem Euro das Vertrauen“, das Misstrauen in die Kreditwürdigkeit der Eurozone wachse.

Jochen Stanzl von der Consorsbank verweist auf die politische Unsicherheit. Internationale Investoren machten zunehmend einen Bogen um europäische Aktien. Er nennt deutsche Landtagswahlen, mögliche Neuwahlen in Spanien, die US-Zwischenwahlen und die französischen Wahlen im Frühjahr. Im kommenden halben Jahr komme man als Anleger an der Politik nicht vorbei.

Einzelwerte mit Impulsen

Bewegung könnte es bei einzelnen Titeln geben. Morgan Stanley stuft Continental auf „Overweight“ hoch, die Aktie notierte vorbörslich klar höher. Goldman Sachs rät bei Carl Zeiss Meditec zum Verkauf, der Kurs gab auf Tradegate deutlich nach. Berenberg hob Evonik auf „Hold“ von „Sell“.

Hensoldt legte auf Tradegate zunächst um 1,7 Prozent zu. Händler verwiesen auf mögliche Ukraine-Aufträge nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew. Ferner könnten Automobilwerte von neuen Absatzzahlen bei Elektrofahrzeugen profitieren.

Für den Tag zeichnet sich eine Handelsspanne zwischen 25.000 und 25.350 Punkten ab. Hält die runde Marke von 25.000, bleibt das Tief vom Donnerstag bei 24.831 Zählern die nächste Unterstützung.

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