DAX: Rekord bei 26.066 Punkten

Der DAX erreicht mit 26.066 Punkten ein Rekordhoch. Geopolitische Entspannung und solide Unternehmenszahlen treiben den Markt, während die DZ Bank das Kursziel anhebt.

Die Kernpunkte:
  • DAX erreicht neues Allzeithoch
  • Ölpreis rutscht nach Trump-Ankündigung
  • SAP und Telekom unter Gewinnern
  • DZ Bank erhöht DAX-Kursziel

Der deutsche Leitindex hat gestern einen historischen Meilenstein erreicht und ist zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten gestiegen. Mit einem Plus von 1,71 Prozent schloss der DAX bei 26.066,33 Punkten und markierte damit einen neuen Rekordstand. Getrieben wurde die Rally vor allem von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahost-Konflikt und den damit verbundenen deutlichen Kursverlusten bei den Ölpreisen.

Geopolitische Entspannung senkt Inflationsrisiken

Auslöser der positiven Stimmung am Montag war die Ankündigung von US-Präsident Trump, einen geplanten Angriff auf den Iran abzusagen und stattdessen Gespräche aufzunehmen. Diese Signale einer geopolitischen Entspannung führten am Energiemarkt zu einer sofortigen Reaktion. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent sank deutlich auf etwa 83 USD. In der Spitze verzeichneten die Ölpreise Rückgänge von rund sieben Prozent.

Die sinkenden Energiekosten dämpfen die Inflationssorgen der Anleger und entlasten insbesondere transportintensive Branchen. So profitierten gestern unter anderem die Papiere des Reisekonzerns TUI und der Lufthansa von der Aussicht auf günstigere Treibstoffpreise. Auch die allgemeine Marktstimmung wurde durch die Aussicht auf stabilere globale Lieferketten und sinkende Produktionskosten gestützt.

Berichtssaison liefert zusätzliche Impulse

Parallel zu den geopolitischen Nachrichten stützten positive Unternehmensdaten den Aufwärtstrend. Die laufende Berichtssaison zum zweiten Quartal 2026 verläuft laut Analystenstimmen bislang besser als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Ein besonderer Fokus lag gestern auf den Schwergewichten im Technologiesektor. SAP verzeichnete deutliche Kursgewinne, unterstützt durch eine generelle Erholung von Tech-Aktien, die auch durch neue Meilensteine in den USA befeuert wurde. So überschritt der US-Gigant Amazon bei der Marktkapitalisierung erstmals die Grenze von drei Billionen Dollar.

Innerhalb des DAX stach zudem die Deutsche Telekom hervor. Nachdem eine geplante Fusion bei der Tochter T-Mobile abgesagt wurde, legte die Aktie kräftig zu. Auch Siemens Healthineers gehörte nach der Vorlage von Geschäftszahlen zu den Gewinnern des Tages. Demgegenüber stand Beiersdorf als schwächster Wert im Index. Der Konsumgüterkonzern senkte seine Prognose für das laufende Jahr und verwies auf einen schwächelnden Absatz bei der Kernmarke Nivea. Das Unternehmen kündigte einen Turnaround-Plan für die nächsten 18 Monate an, der zusätzliche Investitionen in Marketingmaßnahmen vorsieht.

Analysten sehen Potenzial für weiteren Anstieg

Trotz der schwachen konjunkturellen Lage in Deutschland, die zuletzt durch ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent im zweiten Quartal 2026 zwar das stärkste Plus seit dreieinhalb Jahren markierte, aber insgesamt fragil bleibt, zeigen sich Experten optimistisch für den weiteren Jahresverlauf. Die DZ Bank hält den Aufwärtstrend für intakt. Analystin Birgit Henseler verwies darauf, dass der DAX aufgrund seiner Zusammensetzung aus Industrie- und Finanzwerten weniger anfällig für eine mögliche Blasenbildung im Bereich der Künstlichen Intelligenz sei als andere Indizes.

Die DZ Bank hob ihr Kursziel für den DAX zum Jahresende auf 27.500 Punkte an. Zwar seien nach dem schnellen Anstieg der letzten Wochen kurzfristige Gewinnmitnahmen wahrscheinlich, doch die fundamentale Unterstützung durch die solide Berichtssaison und die fallenden Ölpreise bleibe bestehen. Der Index notiert derzeit nur marginale -0,12 Prozent unter seinem gestern erreichten 52-Wochen-Hoch von 26.096,93 Punkten. Im weiteren Verlauf der Woche richten Anleger ihren Blick auf zahlreiche noch anstehende Quartalsberichte von Unternehmen wie Bayer, Continental und Infineon.

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