DAX: Rekordhoch in Reichweite
Banktitel stützten den DAX nach der US-Wahl, während Technologiewerte nachgaben und der Futures-Kontrakt über dem bisherigen Kassa-Rekord notierte.

- DAX schloss mit 2,2 Prozent Plus
- Bankaktien legten durchschnittlich 4,4 Prozent zu
- Infineon und Siemens Energy verloren
- Futures-Tageshoch übertraf bisherige Kassa-Bestmarke
Der Leitindex steht knapp unter seiner Bestmarke. Nach dem klaren Wahlsieg der Demokraten in den USA legte der DAX am Mittwoch kräftig zu, und der Frühhandel am Donnerstag deutet auf einen weiteren Anstieg hin. Der nächstfällige Futures-Kontrakt notierte zuletzt bei 26.658 Punkten, rund 79 Zähler im Plus.
Erleichterung nach der US-Wahl
Der DAX schloss gestern 2,2 Prozent höher bei 26.437,67 Punkten und ließ die Marke von 26.000 deutlich hinter sich. In der Spitze fehlten nur 78 Punkte zum Rekordhoch von 26.618,74 Punkten aus dem August. Die Demokraten holten Mehrheiten in Repräsentantenhaus und Senat, was das Regieren für Präsident Donald Trump erschweren dürfte.
Marktteilnehmer sehen darin vor allem einen Abbau von Unsicherheit. Geteilte Machtverhältnisse könnten laut Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, Änderungen bei Steuern, Staatsausgaben und Regulierung unwahrscheinlicher machen. Trump könnte seinen Schwerpunkt demnach stärker auf Handel, Zölle und Außenpolitik verlagern. Die geopolitischen Risiken, vor allem der Iran-Konflikt, bleiben nach Einschätzung eines IG-Analysten bestehen.
Banken vorn, Chipwerte hinten
Die Sektoren liefen auseinander. Bankaktien gewannen im Schnitt 4,4 Prozent, getrieben von der Erwartung weiter steigender Zinsen. Die Deutsche Bank sprang 6,9 Prozent nach oben, zusätzlich gestützt davon, dass Goldman Sachs sie in die Favoritenliste für November aufnahm.
Technologiewerte gerieten dagegen unter Druck. Händler verwiesen auf die Sorge vor strengerer Regulierung großer KI-Unternehmen. Infineon verlor 4,1 Prozent, Siemens Energy sogar 8 Prozent. Öl- und Gaswerte gaben mit dem Ölpreis nach, der um mehr als sieben Prozent fiel.
Zahlreiche Quartalsberichte sorgten für Bewegung. Heidelberg Materials führte mit 9,6 Prozent, nachdem der Konzern die Erwartungen geschlagen hatte. Fresenius gewann 5,3 Prozent dank starker Drittquartalszahlen. Continental legte um 5,2 Prozent zu und hob die Renditeziele an.
Bei BMW fiel die Reaktion trotz einer erneut gesenkten Prognose positiv aus: Die Aktie stieg um 5,5 Prozent. Die Citi wertete die beschleunigte Restrukturierung als willkommenen Schritt. Bayer rückte um 4,6 Prozent vor, nachdem das Lungenkrebsmittel Sevabertinib in China eine Erstlinienzulassung erhielt.
Rekordmarke im Blick
Der Frühhandel zeigt die Richtung: Das Tageshoch des Futures lag bislang bei 26.742 Punkten und damit über dem bisherigen Rekord des Kassa-Index. Gelingt dem DAX im Tagesverlauf der Sprung über 26.618,74 Punkte, wäre ein neues Allzeithoch erreicht. Gleichzeitig zeigt der Handel, wie stark die Rally von Banken und Zyklikern getragen wird, während die Technologiewerte bremsen.
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