DAX: Rekordjagd trifft auf Nervosität

Der DAX schließt die Handelswoche mit einem Minus von 0,77 Prozent, belastet durch geopolitische Spannungen und Sorgen um Chipwerte.

Die Kernpunkte:
  • Wochenminus von rund 0,77 Prozent
  • Geopolitische Lage und Ölpreis belasten
  • Delivery Hero durch Uber-Gespräche im Fokus
  • BASF plant Teilbörsengang der Agrarsparte

Der DAX zeigte diese Woche zwei Gesichter. Auf der einen Seite ein Index, der laut technischer Analyse strukturell weiter in einem langfristigen Aufwärtstrend steckt. Auf der anderen Seite ein Markt, der unter geopolitischem Druck und Sorgen um den Halbleitersektor spürbar nachgab.

Wochenbilanz mit Minuszeichen

Der deutsche Leitindex startete montags bei rund 24.963 Punkten in die Woche und rutschte bis Freitagvormittag auf etwa 24.769 Punkte ab. Damit stand am Ende ein Wochenminus von rund 0,77 Prozent zu Buche. Belastend wirkten vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten und die Nervosität rund um Chipwerte, nachdem der Ölpreis zwischenzeitlich wieder auf gut 86 Dollar je Barrel gestiegen war. Die Sorge, dass teureres Öl den Inflationsdruck erneut anheizt, hielt Anleger auf Distanz.

An den US-Märkten zeigte sich ein ähnliches Muster aus anfänglicher Schwäche und Erholung. Der S&P 500 fiel zu Wochenbeginn zunächst Richtung 7.515 Punkte, bevor gemäßigte US-Inflationsdaten für Stabilisierung sorgten. Die Verbraucherpreise waren im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gefallen, die Jahresrate lag bei 3,5 Prozent.

Unternehmen sorgten für Bewegung

Delivery Hero rückte durch fortgeschrittene Gespräche mit Uber in den Fokus. Im Raum steht Berichten zufolge ein möglicher Angebotspreis von rund 41 Euro je Aktie, nachdem im Mai noch etwa 33 Euro diskutiert worden waren. Uber hält bereits knapp 25 Prozent direkt an dem Unternehmen und hat Zugriff auf fast 37 Prozent der Aktien — wesentliche Details einer Einigung blieben aber offen, was die Aktie volatil hielt.

BASF wiederum bereitet laut Berichten einen Teilbörsengang seiner Agrarsparte vor. In Finanzkreisen kursiert eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden Euro, ein Börsengang bleibt vorerst für 2027 im Gespräch. TSMC lieferte als wichtiger Zulieferer der Tech-Branche solide Zahlen und dämpfte damit zumindest zeitweise die Chip-Sorgen.

Charttechnik sieht Aufwärtstrend intakt

Auf sehr langen Zeitebenen interpretieren Elliott-Wellen-Analysten den aktuellen Kursverlauf weiterhin als Teil eines übergeordneten Aufwärtsimpulses, der bereits seit Jahrzehnten läuft. Kurzfristige Rücksetzer wie in dieser Woche ändern an dieser Einschätzung wenig. Parallel dazu warnen Marktbeobachter jedoch vor strukturellen Risiken: Rekordhohe Kreditfinanzierungen und historisch hohe Bewertungen träfen auf eine Wirtschaft, die an Dynamik verliere — eine Kombination, die sich in den kommenden Monaten als Belastung erweisen könnte.

Die nächste wichtige Wegmarke liegt bereits fest. Am 28. und 29. Juli tagt die US-Notenbank Fed, deren Zinsentscheidung insbesondere mit Blick auf die Erwartung einer möglichen Anhebung im September für neue Impulse an den Aktienmärkten sorgen dürfte.

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