DAX: Rekordniveau ohne Schwung

Der DAX pausiert nach jüngsten Rekorden, belastet von steigenden Ölpreisen und Gewinnmitnahmen an der Wall Street. Munich Re senkt unterdessen seine Umsatzprognose.

Die Kernpunkte:
  • DAX pausiert nach Rekordhoch
  • Ölpreis steigt wegen Hormus-Sorgen
  • Munich Re senkt Umsatzziel
  • Wall Street korrigiert nach Rekordlauf

Der DAX pausiert. Nach dem Höchststand von etwas über 26.400 Punkten zur Wochenmitte fehlt dem deutschen Leitindex am Freitag die Kraft für einen neuen Vorstoß. Zwei Stunden vor Xetra-Start taxierte der Broker IG den Index mit einem Plus von 0,16 Prozent auf 26.181 Punkte — auf Wochensicht bliebe damit ein Zuwachs von 2,2 Prozent stehen.

Am Dienstag hatte der DAX mit 26.202,35 Punkten einen neuen Schlussstandrekord markiert, tags darauf folgte im Intraday-Handel das bisherige Allzeithoch bei 26.403,81 Zählern. Seither fehlt der Anschluss nach oben. Der Bund-Future notierte zuletzt leicht schwächer bei 124,76 Punkten.

Ölpreis bremst, Wall Street korrigiert

Der Ölpreis wirkt als Belastungsfaktor. Brent-Rohöl zog auf 83,87 Dollar an, WTI auf 78,42 Dollar — beide Sorten legten spürbar zu. Hintergrund ist die weiter ungewisse Lage rund um die Straße von Hormus: Eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Meerenge steht noch aus, auch wenn US-Präsident Donald Trump sich zuversichtlich zeigt.

An der Wall Street hatte sich die Stimmung bereits am Vortag gedreht. Der Dow Jones gab um 0,85 Prozent auf 53.885,10 Punkte nach, der S&P 500 verlor 0,18 Prozent, der Nasdaq 100 rutschte um 0,39 Prozent ab. Nach dem jüngsten Rekordlauf mehren sich die Anzeichen für Gewinnmitnahmen — hinzu kommen wieder aufgeflammte Zinssorgen. In Asien fand sich am Morgen kein einheitliches Bild: Nikkei und Kospi gaben leicht nach, während der CSI-300-Index in China nach besser als erwarteten Exportdaten zulegte.

Munich Re kappt Umsatzziel, hält an Gewinnprognose fest

Aus dem Index selbst kam am Morgen eine Zahlenkorrektur von Munich Re. Der Rückversicherer stutzte seinen Umsatzausblick für das Versicherungsgeschäft 2026 von bisher 64 Milliarden auf nun 62 Milliarden Euro, nach 60 Milliarden im Vorjahr. An der Gewinnprognose hält der Konzern jedoch fest: Der Nachsteuergewinn soll auf 6,3 Milliarden Euro steigen, nach 3,9 Milliarden bereits im ersten Halbjahr erreicht.

Der Nettogewinn im zweiten Quartal kletterte auf rund 2,2 Milliarden Euro, begünstigt durch ein geringes Schadensaufkommen und ein starkes Kapitalanlageergebnis — ein Ausblick, den Munich Re bereits vor zwei Wochen vorab angedeutet hatte. Zusätzlich meldete der Rückversicherer für die Juli-Erneuerungsrunde einen weiteren Preisrückgang: Das Preisniveau sank risikoadjustiert um 5,5 Prozent, das Geschäftsvolumen schrumpfte um 9,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, weil Munich Re gezielt Verträge nicht erneuerte, die nicht den erwarteten Konditionen entsprachen. Für die Januar-Runde erwartet der Konzern, das aktuelle Preisniveau trotz hoher Wettbewerbsintensität weitgehend halten zu können.

Die Bilanzsaison läuft am Freitag ruhiger als an den Vortagen. Neben Munich Re steht mit der Allianz ein zweiter Versicherer auf der Agenda, dazu meldet Lastwagenbauer Daimler Truck Zahlen. Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten — sie dürften darüber entscheiden, ob der DAX aus seiner engen Handelsspanne unterhalb der Rekordmarke ausbricht.

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