DAX: Robust trotz Inflationsdruck

Nachlassende Ölpreise und zeitweise sinkende Anleiherenditen federten den Inflationsdruck auf den deutschen Leitindex ab.

Die Kernpunkte:
  • DAX am Freitag bei rund 25.600 Punkten
  • September-Inflation in Deutschland bei 3,3 Prozent
  • US-Anleiherendite näherte sich 5,3 Prozent
  • ASML und TSMC meldeten starke Nachfrageimpulse

Die Inflationsdaten kamen heiß, die Renditen schossen nach oben, US-Techwerte wackelten. Der DAX hielt sich in dieser Woche dennoch erstaunlich stabil. Am Freitagvormittag notierte der deutsche Leitindex bei rund 25.600 Punkten.

Ölpreis und Renditen als Taktgeber

Zum Wochenstart half dem DAX vor allem, dass die Ölpreise etwas nachgaben und die Anleiherenditen zwischenzeitlich sanken. Diese Entlastung trug den Index auch durch die zweite Wochenhälfte. Gegenwind kam zeitweise aus dem Technologiesektor, blieb aber überschaubar.

In den USA fiel die Reaktion deutlicher aus. Sorgen um höhere Finanzierungskosten und die Nachhaltigkeit der KI-Investitionen belasteten wachstumsstarke Titel, vor allem zur Wochenmitte. Der Nasdaq-100 notierte zuletzt bei knapp 29.940 Punkten, der Dow Jones schloss am Donnerstag bei rund 52.180 Punkten.

Inflationsdaten setzen die Zinsdebatte in Gang

Die Teuerung zieht an diesseits wie jenseits des Atlantiks. In Deutschland lag die Inflationsrate im September bei rund 3,3 Prozent, getrieben von höheren Energiepreisen. Für die Eurozone meldete Eurostat 3,8 Prozent, nach etwa 3,2 Prozent im August.

In den USA stiegen die Verbraucherpreise im September um 0,6 Prozent zum Vormonat. Die Kernrate fiel überraschend hoch aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen näherte sich daraufhin der Marke von 5,3 Prozent, drehte aber ab, ohne einen Ausbruch zu schaffen. Das nahm Druck von den Märkten, auch vom DAX.

Geopolitik bleibt der Unsicherheitsfaktor

Der Ölmarkt reagiert weiter sensibel auf die Lage rund um die Straße von Hormus. Ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Treibstoffhandels läuft durch diese Route. Zum Wochenschluss ließ der Preisdruck zeitweise nach, die Unsicherheit über die Versorgung blieb jedoch.

Zusätzlich sorgte Washington für eine Wendung: US-Präsident Donald Trump legte die im Sanktionspaket gegen Russland vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis. Zuvor hatte er mit Moskau die Lieferung von mehr als 300.000 Tonnen Diesel vereinbart, um die hohen Spritpreise zu drücken.

Gestützt wurde die Stimmung zudem von der Berichtssaison. ASML meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von rund 11,7 Milliarden Euro, TSMC bestätigte hohe Nachfrage nach Spitzenchips. Beides signalisiert, dass die Halbleiterbranche weiter Rückenwind liefert.

Der DAX geht damit mit festem Boden in die neue Woche. Bleiben die Ölpreise im Zaum und fällt die Rendite zehnjähriger US-Anleihen unter 5 Prozent, dürfte das den Index stützen. Ein erneuter Anstieg über 5,35 Prozent würde dagegen den Druck auf Aktien erhöhen.

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