DAX: Rückschlag am Rekordhoch
Der DAX fällt nach frischem Rekordhoch unter 26.230 Punkte. Gewinnmitnahmen und gemischte Quartalszahlen belasten den Leitindex.

- DAX fällt nach Rekordhoch
- Telekom und Merck stark
- Siemens trotz Prognose im Minus
- Unterstützung bei 26.112 Punkten
Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag genau dort haltgemacht, wo es für Bullen am meisten wehtut: an einer frischen Bestmarke. Nach einem neuen Allzeithoch bei 26.524 Punkten kippte der DAX abrupt und rutschte unter 26.230 Zähler zurück — ein Muster, das Charttechniker als klassische Abwehrreaktion lesen. Die Rekordjagd der vergangenen Tage bekommt damit erstmals einen Dämpfer.
Zwei Rekorde in drei Tagen, dann die Bremse
Die Woche begann furios: Dienstag schloss der Index mit 26.202,35 Punkten auf einem neuen Bestwert, Mittwoch folgte im Tagesverlauf ein weiteres Allzeithoch bei 26.403,81 Zählern. Donnerstagfrüh schob sich der DAX noch einmal bis 26.524 Punkte vor, ehe eine scharfe Verkaufswelle einsetzte. Charttechnisch bildete sich dabei eine bärische Umkehrkerze — ein Warnsignal, das kurzfristige Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher macht.
Unterstützung findet der Index vorerst um 26.112 Punkte. Fällt diese Marke, rückt die Zone zwischen 25.833 und 25.950 Punkten in den Blick. Solange der Index aber über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei rund 25.721 Punkten notiert, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
Bilanzsaison zeigt gespaltenes Bild
Parallel zur charttechnischen Verschnaufpause liefert die Berichtssaison einen zweiten Erklärungsstrang für die uneinheitliche Stimmung. Die Deutsche Telekom springt nach starkem US-Wachstum und einer angehobenen Free-Cashflow-Prognose an die Indexspitze. Merck KGaA hebt nach einem überraschend kräftigen zweiten Quartal bereits zum wiederholten Mal die Jahresziele an — Umsatz und operatives Ergebnis sollen 2026 nun höher ausfallen als noch im Mai in Aussicht gestellt. Auch Henkel und Rheinmetall notieren nach soliden Zahlen im Plus.
Auf der anderen Seite stehen Aktien, die trotz guter Ergebnisse abgestraft werden. Siemens steigerte Auftragseingang und Industriegewinn deutlich und hob sogar die Gewinnprognose an — die Aktie verliert dennoch über fünf Prozent. Die Commerzbank verdoppelte ihren Nettogewinn nahezu und bestätigte ihr Jahresziel, notiert aber knapp im Minus. Ein Muster, das zeigt: Nach der starken Kursrally der vergangenen Wochen reicht selbst ein Übertreffen der Erwartungen nicht mehr automatisch für Kursgewinne.
Stütze findet der Gesamtmarkt zusätzlich in Hoffnungen auf eine Entspannung an der Straße von Hormus, die eine weitere Ölpreisrally bislang ausbleiben lässt. Belastend wirkt dagegen der Technologiesektor: Enttäuschende Zahlen US-amerikanischer Chiphersteller drückten in Asien besonders auf koreanische Werte wie Samsung und SK Hynix und strahlten auch auf die europäische Stimmung aus.
Für die kommenden Handelstage bleibt die Marke von 26.524 Punkten die entscheidende Orientierung. Erst ein Schlusskurs oberhalb dieses Niveaus würde die Rekordjagd neu entfachen. Bricht der Index dagegen unter 26.112 Punkte, dürfte sich die Konsolidierung bis in den Bereich 25.833 bis 25.950 Punkte ausweiten.
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