DAX: Schwierige Börsenwoche voraus

Dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer DAX steht eine komplizierte Woche ins Haus. Denn viel ist von der Euphorie am Markt nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten nicht übrig geblieben.

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Vor allem in den letzten Tagen und Wochen machte sich einige Ernüchterung breit, dass die neue Administration womöglich die versprochenen Steuersenkungen und das avisierte Mega-Investitionsprogramm nach der Amtsübernahme nicht als Top-Prioritäten ansieht. Grund genug für einige Anleger, nun langsam Geld vom Tisch zu nehmen.

Das trifft auch den DAX. Sollte im Verlauf des restlichen Handelstages nicht noch ein Wunder geschehen, dürfte sich der DAX mit einem leichten Verlust aus der Handelswoche verabschieden. Was auch aus charttechnischer Sicht von zunehmend mehr Analysten als problematisch angesehen wird.

Anleger sorgen sich, dass sich der DAX wieder festgefahren hat

Denn nach dem Kurssprung am ersten Handelstag des neuen Börsenjahres hat sich der Index im Bereich von 11.600 Punkten festgefahren. Kein Wunder, dass zunehmend mehr Anleger fürchten, dass es wie im letzten Jahr wird, als der DAX über einen Zeitraum von fast vier Monaten insgesamt fünf Versuche benötigte, ehe er über die Marke von 10.800 Punkten klettern konnte. Zwischendrin gab es zeitweise Verluste von über 5 %.

Am Markt hofft man nun, dass zum einen die Amtseinführung von Donald Trump am kommenden Freitag ohne größere Zwischenfälle verläuft. Zum anderen setzen die Anleger natürlich ihre Hoffnungen auf die angelaufene Quartalsberichtssaison. Diese wird auch in der nächsten Woche vor allem von Unternehmen aus Amerika bestimmt. So liefern nach den drei ersten Großbanken am Freitag in der nächsten Woche weitere Finanzinstitute wie Morgan Stanley, US Bancorp, Citigroup und Goldman Sachs ihre Zahlen ab.

Highlights werden sicherlich auch die Zahlen von Netflix am Mittwoch, IBM am Donnerstag und General Electric am Freitag sein.

In Europa ist der Terminplan diesbezüglich noch relativ dünn besetzt. Dabei werden in der kommenden Woche vor allem Werte aus Frankreich das Tableau bestimmen. Aber es gibt auch einen DAX-Wert, der mit ersten Zahlen zum Gesamtjahr 2016 herauskommt. Der Konsumgüter-Produzent Beiersdorf legt seine Umsatzzahlen vor.

Weitere Highlights, die Einfluss auf den DAX haben könnten:

Am Donnerstag findet die erste Sitzung der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr statt. Von Marktseite her wird nicht damit gerechnet, dass die EZB neue Beschlüsse zu ihrer Geldpolitik veröffentlicht. Dennoch sind die Börsianer gespannt, ob es aus Frankfurt neue Beurteilungen zur jüngsten Inflationsentwicklung in der Euro-Zone geben wird. Bekanntlich hatte sich die Inflationsrate im Währungsraum im Dezember auf 1,1 % fast verdoppelt.

Interessante Zusatzinformation: Auf der nächsten Sitzung wird Bundesbankpräsident Jens Weidmann erstmalig nicht stimmberechtigt sein. Dies ist Ergebnis der 2015 begonnenen Rotation im geldpolitischen Rat. Auch im Juni hat der deutsche Vertreter keine Stimme.

Sollte die EZB in irgendeiner Art darauf hinweisen, dass sie die Inflationsentwicklung für zunehmend problematisch hält, dürfte auch an der Börse die Diskussion voll entbrennen, ob es früher als geplant zu einer Straffung der EZB-Geldpolitik kommt, was natürlich auch negative Impulse für den DAX bringen könnte.

Und noch ein mögliches Highlight: Denn vom Dienstag bis Freitag findet der jährliche Weltwirtschaftsgipfel in Davos statt. Als prominentester Gast wird diesmal der chinesische Staatspräsident Xi Jinping anwesend sein. Der designierte US-Präsident Donald Trump fehlt dagegen. Er lässt sich von einem Mitglied seines Übergangsteams vertreten, der zuvor bei Goldman Sachs und als Manager eines Hedgefonds gearbeitet hat. Das könnten interessante Gespräche werden.

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