DAX: Siemens Energy springt 20 Prozent

Der DAX pausiert nahe seinem Rekordhoch, während die Berichtssaison Einzelwerte bewegt. US-Inflationsdaten könnten die Zinserwartungen neu ausrichten.

Die Kernpunkte:
  • DAX knapp unter Rekordhoch
  • Siemens Energy legt 20 Prozent zu
  • US-Inflationsdaten am Mittwoch erwartet
  • Anlegerstimmung nähert sich kritischer Schwelle

Der DAX tritt auf der Stelle – auf hohem Niveau. Nach der jüngsten Rekordjagd ist dem deutschen Leitindex am Montag die Kraft für eine neue Bestmarke ausgegangen: Er schloss bei 26.351,13 Punkten und damit nur noch 0,36 Prozent unter seinem Allzeithoch vom vergangenen Freitag.

Der technische Befund erklärt die Verschnaufpause. Der 14-Tage-RSI notiert bei 70,6 und signalisiert eine überkaufte Marktlage. Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen nehmen viele Anleger offenbar Gewinne mit, statt weitere Positionen aufzubauen – frische Impulse für den nächsten Schritt über die Bestmarke fehlen vorerst.

Berichtssaison sorgt für Bewegung bei Einzelwerten

Während der Gesamtmarkt verharrt, treibt die laufende Berichtssaison einzelne Titel kräftig auseinander. Siemens Energy legte um 20 Prozent zu, nachdem das Unternehmen Rekordzahlen vorgelegt hatte und mehrere Analysten ihre Einschätzungen anhoben. Auch Qiagen profitierte von frischen Zahlen: Die Aktie kletterte um 5,5 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihr Kursziel auf 47 Euro angehoben hatte.

Nicht alle Werte konnten von der Stimmung profitieren. Stabilus verlor rund 7 Prozent, nachdem der Finanzchef seinen Rücktritt angekündigt hatte. Elmos stieg dagegen um 3,3 Prozent, nachdem Oddo BHF ein Kursziel von 200 Euro bestätigt hatte.

Auch im breiteren Markt lieferte die Zahlenrunde Nachrichten: Gea erzielte im zweiten Quartal einen freien Cashflow von 151 Millionen Euro, den höchsten Wert für ein zweites Quartal seit 2020. Aumovio legte nach einer Hochstufung durch ein Analysehaus ebenfalls zu.

US-Inflation und Fed-Streit als nächste Prüfung

Der eigentliche Test für die Rekordjagd steht erst noch bevor. Am Mittwoch veröffentlichen die USA ihre Verbraucherpreise für Juli, eine Zahl, die die Zinserwartungen für September neu justieren dürfte. Schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten zuletzt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung sinken lassen; dem CME-FedWatch-Tool zufolge gilt ein unveränderter Leitzins inzwischen als wahrscheinlichstes Szenario.

Gleichzeitig sorgt der politische Druck auf die US-Notenbank für zusätzliche Unsicherheit. Präsident Trump erhöhte den Druck auf Fed-Gouverneurin Lisa Cook mit einem Schreiben voller Vorwürfe, nachdem sein Versuch, sie abzuberufen, im Juni vor dem Supreme Court gescheitert war. Parallel dazu treibt der Konflikt um Iran die Ölpreise nach oben, was die anstehenden Inflationsdaten zusätzlich unter Beobachtung stellt.

Anlegerstimmung nähert sich kritischer Schwelle

Auch die Stimmungslage mahnt zur Vorsicht. Das Sentiment-Barometer des Handelsblatts kletterte von 1,3 auf 4,2, der Fünf-Wochen-Durchschnitt bleibt aber noch unter der als kritisch geltenden Schwelle von 20 Punkten.

Die deutlich gesunkene Cashquote der Anleger gilt Marktbeobachtern dennoch als ausgesprochen bullishes Signal – ein Hinweis darauf, dass bereits viel Optimismus eingepreist ist. Sollten die US-Inflationsdaten am Mittwoch enttäuschen, dürfte sich die Konsolidierung des DAX nahe seinem Rekordhoch zunächst fortsetzen.

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