DAX: Später Dreh ins Plus
Der deutsche Leitindex dreht nach schwachem Start dank US-Inflationsdaten ins Plus und hält die Marke von 25.000 Punkten.

- US-Inflation schwächer als erwartet
- Ölpreis sorgt für zwischenzeitliche Verluste
- Hapag-Lloyd hebt Gewinnprognose an
- Evotec senkt Umsatzausblick drastisch
Ein Tag wie eine Achterbahnfahrt: Der DAX rutschte am Morgen deutlich ins Minus, drehte dann aber im Verlauf des Nachmittags ins Plus. Am Ende stand ein knapper Gewinn – und die Erklärung dafür kam ausgerechnet aus Washington.
Zum Handelsstart war der Index noch um 0,71 Prozent auf 24.937 Zähler gefallen, gedrückt von steigenden Ölpreisen und der Sorge vor einer neuen Eskalation im Nahost-Konflikt. Zur Schlussglocke stand dann ein Plus von 0,1 Prozent auf 25.147 Punkte – der DAX hielt damit die runde Marke von 25.000 Zählern.
Inflationsdaten drehen die Stimmung
Auslöser der Wende waren die US-Verbraucherpreise für Juni. Sie stiegen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent – weniger als die von Volkswirten erwarteten 3,8 Prozent und deutlich unter der Mairate von 4,2 Prozent. Das nahm der US-Notenbank vorerst Druck, bei ihrem Zinskurs nachzulegen, auch wenn Fed-Chef Kevin Warsh betonte, eine erhöhte Teuerung werde man nicht tolerieren.
Der Ölpreis blieb der Wackelkandidat des Tages. Die Sorte Brent sprang am Morgen um rund 4 Prozent auf etwa 87 Dollar, bevor sie im Handelsverlauf wieder zurückkam. Auslöser waren die fast wieder geschlossene Straße von Hormus sowie eine Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Transportgebühren von 20 Prozent für Frachtschiffe, die die Meerenge durchqueren wollten. Später ruderte Trump zurück und schlug stattdessen Investitions- und Handelsabkommen mit den Golf-Anrainerstaaten vor.
Einzelwerte im Blick
Unter den Einzelwerten sorgten vor allem Berichtssaison-Themen für Bewegung:
- Hapag-Lloyd (+6,1 Prozent): hob die Gewinnprognose an, erwartet nun ein EBITDA zwischen 2,3 und 3,2 Milliarden Euro
- Evotec (-24 Prozent): kappte nach einer Gewinnwarnung den Umsatzausblick auf 570 bis 610 Millionen Euro
- Traton (+0,7 Prozent): übertraf mit einem operativen Ergebnis von 957 Millionen Euro die Erwartungen deutlich
- SAP (-2,8 Prozent): belastet von schwachen Vorlagen der Software-Sparte von IBM
- Vossloh (-4,2 Prozent): senkte die Jahresprognose wegen schwächerer Volumina und Projektverzögerungen
Bei Volkswagen (+0,6 Prozent) blieb die Prognose für den operativen Umsatz trotz der GuV-Belastung aus der gekündigten Fahrallianz mit Bosch unverändert.
Der DAX bleibt damit weiter unter seinem Rekordhoch vom 6. Juli, das der Index bei rund 25.900 Punkten markiert hatte. Fällt die US-Inflationsrate im Juli wieder höher aus, dürfte die Debatte über eine mögliche Zinsanhebung der Fed im September neu an Fahrt gewinnen.
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