DAX: Steigt trotz Auftragseinbruch

Der Leitindex legte zu, während günstigere Ölpreise und ruhigere Anleihemärkte die schwachen Auftragsdaten überlagerten.

Die Kernpunkte:
  • DAX gewinnt am Dienstag 0,8 Prozent
  • Industrieaufträge sinken im August um 10,6 Prozent
  • Brent fällt zeitweise unter 98 US-Dollar
  • Merck, Sartorius und Qiagen legen zu

Ein massiver Einbruch bei den deutschen Industrieaufträgen hat den DAX am gestrigen Handelstag nicht bremsen können. Das deutsche Leitbarometer beendete den Dienstag mit einem Anstieg von 0,8 Prozent bei 25.461,13 Punkten. Rückenwind kam vor allem von den internationalen Rohstoff- und Anleihemärkten sowie von anhaltenden Impulsen aus dem US-Technologiesektor.

Industrieaufträge brechen im August ein

Das Statistische Bundesamt meldete für den August 2026 einen vorläufigen Rückgang der realen Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 10,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Volkswirte hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem wesentlich geringeren Dämpfer gerechnet.

Verantwortlich für diesen herben Rückschlag war vor allem die hohe Volatilität bei Großaufträgen: Im sonstigen Fahrzeugbau brachen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 61,5 Prozent ein, nachdem sie im Juli noch um revidierte 129,4 Prozent nach oben geschossen waren.

Klammert man diese schwankungsanfälligen Großaufträge aus, lag das Minus im Monatsvergleich lediglich bei 0,1 Prozent. Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen verwies darauf, dass die Industrie die deutsche Gesamtwirtschaft im dritten Quartal eher gebremst haben dürfte. Zugleich betonten Marktbeobachter, dass die vorhandenen Auftragsbestände der Unternehmen den Produktionsbetrieb rechnerisch noch über mehrere Monate hinweg absichern.

Entlastung bei Ölpreisen und Staatsanleihen

Dass die Marktteilnehmer die schwachen Konjunkturdaten gelassen hinnahmen, lag an einer spürbaren Entlastung an anderen Fronten. Am Rohölmarkt gaben die Notierungen nach: Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich zeitweise auf unter 98 US-Dollar. Dieser Rückgang dämpfte die Sorgen vor einem erneuten Inflationsschub, die die Märkte in den vergangenen Wochen wiederholt belastet hatten.

Parallel dazu kehrte mehr Ruhe an die europäischen Rentenmärkte ein. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen französischen Staatsanleihen gab auf 4,75 Prozent nach, nachdem sie am vergangenen Freitag noch nahe an der Fünf-Prozent-Marke notiert hatte. Der Renditeaufschlag französischer Staatspapiere gegenüber deutschen Bundesanleihen bildete sich in der Folge von 158 auf 135 Basispunkte zurück.

Gesundheitswerte führen das Feld an

Auf Unternehmensebene sorgten am gestrigen Dienstag vor allem defensive Werte für Auftrieb. Gefragt waren insbesondere Titel aus dem Life-Science- und Pharmabereich, darunter Merck, Sartorius und Qiagen, die deutliche Gewinne verbuchten. Investoren nutzten den Handelstag gezielt für eine Umschichtung in Sektoren mit stabileren Ertragsaussichten.

Mit der jüngsten Aufwärtsbewegung hält der Leitindex seinen mittelfristigen Erholungskurs nach dem Zwischentief der Vorwoche aufrecht. Vom am 28. August 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch bei 26.618,74 Punkten trennt den DAX damit aktuell noch ein Rückstand von rund 4,3 Prozent. In den kommenden Tagen dürften anstehende Unternehmensdaten und Signale der Notenbanken darüber entscheiden, ob die Erholung weiter trägt.

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