DAX: Tech trägt, Mercedes belastet

Infineon und Siemens Energy legten zu, während Mercedes wegen China und höherer Kosten seine Ziele zurücknahm.

Die Kernpunkte:
  • DAX gewinnt 0,7 Prozent
  • Infineon führt mit 4,8 Prozent
  • Mercedes-Aktie verliert 3,9 Prozent
  • Pkw-Renditeziel auf 2 bis 3 Prozent gesenkt

Der Leitindex schloss am Dienstag im Plus, doch ein Schwergewicht scherte aus: Mercedes-Benz kappte seine Jahresziele und landete mit Abstand am Indexende. Dahinter steht vor allem ein schwierigeres Umfeld in China.

Zurückhaltung vor der Zinswoche

Der DAX legte 0,7 Prozent auf 25.591 Punkte zu. Das Geschäft blieb allerdings verhalten. Die Anleger warteten ab, denn die laufende Woche ist dicht gepackt: Alphabet und Microsoft berichten am Mittwoch, Amazon folgt am Donnerstag. Dazu kommen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank am Mittwoch, der EZB am Donnerstag und der Bank of Japan am Freitag.

Marktanalysten sehen darin das Potenzial, die Risikobereitschaft deutlich zu verändern. Im Blick steht vor allem, ob der KI-Investitionsboom trägt. Kleine Entlastung brachten sinkende Ölpreise und eine Rendite der zehnjährigen Benchmarkanleihe, die unter der Marke von 5,00 Prozent blieb.

Die Erholung bei KI-nahen Werten setzte sich fort. Infineon gewann 4,8 Prozent und führte den Index an, Siemens Energy folgte mit 4,4 Prozent. Der Technologiesektor in Europa war mit rund zwei Prozent Tagesgewinner.

Mercedes zieht die Prognose zurück

Anders sah es bei Mercedes-Benz aus. Der Konzern senkte seinen Ausblick wegen der Lage in China und höherer Kosten im Schlussquartal, darunter Materialkosten. Die Aktie verlor 3,9 Prozent und war größter Verlierer im Index.

Beim Pkw-Geschäft rechnet Mercedes nun mit einer bereinigten Umsatzrendite von 2 bis 3 Prozent, zuvor waren es 3 bis 5 Prozent. Das Konzern-EBIT soll nur noch auf Vorjahresniveau liegen, statt deutlich darüber. Der Free Cashflow des Industriegeschäfts fällt voraussichtlich deutlich niedriger aus als 2025. Die Ziele für Vans und Financial Services bleiben unverändert.

Die vorläufigen Drittquartalszahlen fielen dagegen solide aus. Das Konzern-EBIT lag bei 1,77 Milliarden Euro und damit über den erwarteten 1,6 Milliarden. Beim Cashflow blieb Mercedes mit 172 Millionen Euro klar unter den erwarteten 422 Millionen. JP Morgan rechnet damit, dass die Konsensschätzungen um rund zehn Prozent sinken.

Gemischtes Bild in der zweiten Reihe

Porsche gewann fast vier Prozent. JP Morgan sprach von soliden Zahlen, die Jahresprognose wurde bekräftigt. Beiersdorf rutschte dagegen um 3,3 Prozent ab, weil das organische Umsatzwachstum die Erwartungen verfehlte. Marktbeobachter werten das als Zeichen wachsender Konsumzurückhaltung.

Mercedes legt die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal am Mittwoch vor und lädt zur Telefonkonferenz. Dort dürfte sich zeigen, wie der Vorstand die China-Schwäche einordnet und woher die höheren Kosten im Schlussquartal kommen. Parallel gibt die Fed ihre Zinsentscheidung bekannt, ehe die Tech-Zahlen am Abend folgen.

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