DAX: Telekom-Tag bestimmt den Wochenstart
Der DAX hielt seine Unterstützungszone zum Wochenschluss; Telekom-Zahlen und das Fed-Protokoll prägen die neue Börsenwoche.

- DAX verlor wöchentlich 0,7 Prozent
- Freitagsplus von 1,2 Prozent
- Telekom lädt zum AI Investor Day
- Fed-Protokoll erscheint am Mittwochabend
Die neue Börsenwoche beginnt mit einem Termin, der den deutschen Leitindex direkt bewegen kann: Die Deutsche Telekom lädt am Montag um 12:00 Uhr in Bonn zum AI Investor Day. Für Wall-Street-Anleger zählt dagegen eher das Fed-Protokoll am Mittwochabend. Der DAX steht nach einem schwierigen September an einer Unterstützungszone.
Wochenbilanz: Gewinn am Freitag, Minus auf Sicht
Der DAX verlor auf Wochensicht 0,7 Prozent und schloss bei 25.231 Punkten. Dabei legte er am Freitag um 1,2 Prozent zu. Im gesamten September büßte der Index rund 4 Prozent ein. Die Anleger konnten die Verluste zum Monatsende immerhin etwas eindämmen.
Die Ausgangslage bleibt zäh. Die Inflation ist hoch, die Anleiherenditen sind es ebenfalls, zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren mit 5,28 Prozent. Hinzu kommt der Ölpreis, der an der Lage in der Straße von Hormus hängt.
Aus charttechnischer Sicht wurde die Unterstützungszone zum Wochenschluss gerade so gehalten. Am Donnerstag war sie kurzzeitig gerissen. Die Indikatoren senden Kaufsignale, die Umsätze bleiben allerdings niedrig. Kommen keine neuen Störfeuer aus den USA, könnte der freundliche Wochenschluss in der neuen Woche Anschluss finden.
Telekom und Fed als Taktgeber
Bei der Telekom geht es um Zahlen. Vorstandschef Tim Höttges hat im August Gespräche mit Nvidia über zusätzliche Grafikprozessoren bestätigt, das Münchner KI-Rechenzentrum sei voll ausgelastet.
Der Markt will nun wissen, wie viel der Konzern in Rechenzentren und KI-Cloud steckt, welche Erlöse dem gegenüberstehen und wie das zu Dividende und aufgestocktem Aktienrückkauf passt. Bleibt es bei Anwendungsbeispielen ohne Zielgrößen, dürfte der Tag kaum neue Impulse liefern.
Das Fed-Protokoll zeigt am Mittwoch um 20:00 Uhr den Stand von Mitte September. Damals hob die Notenbank einstimmig auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Seither hat sich der Arbeitsmarkt gedreht: Im September entstanden nur 29.000 Stellen, erwartet waren rund 90.000. Der Terminmarkt sieht eine weitere Anhebung im Oktober nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von unter einem Viertel, eine Woche zuvor waren es rund zwei Drittel.
Zeigt das Protokoll eine Fed, die weiter erhöhen will, müsste die Pausen-Hoffnung wieder zurückgenommen werden.
Weitere Termine der Woche
Kapitalmarkttage stehen unter anderem bei Air Liquide, Porsche und Andritz an. Am Dienstag und Mittwoch veröffentlicht das Statistische Bundesamt Auftragseingang und Produktion für August, im Juli sank die Produktion um 1,1 Prozent. Am Donnerstag erscheint das Protokoll der EZB-Sitzung vom September, als der Einlagensatz auf 2,50 Prozent stieg. Die nächste EZB-Sitzung folgt am 29. Oktober.
Die eigentliche US-Berichtssaison startet am 13. Oktober mit den Großbanken. Bis dahin liefern Delta Air Lines am Freitag und der Chipfertiger TSMC mit seinen Septemberumsätzen am Donnerstag erste Hinweise auf die Stimmung.
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