DAX: Trump-Dementi dreht die Stimmung

Trumps Aussage zu einem möglichen Iran-Angriff stützte den DAX; sinkende Ölpreise und Renditen entlasteten zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • DAX gewinnt mittags 1,24 Prozent
  • Wochenminus von rund 0,5 Prozent zeichnet sich ab
  • Deutsche Telekom verliert zuletzt 6,5 Prozent
  • Salzgitter steigt nach UBS-Kaufempfehlung um 12,6 Prozent

Ein Satz aus Washington reichte, um den Dax am Freitag zurück über die 25.000er-Marke zu hieven. US-Präsident Donald Trump schrieb, die USA würden den Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht angreifen, man führe „konstruktive Gespräche“. Ölpreise und Anleiherenditen gaben daraufhin nach.

Öl und Zinsen entlasten

Der Leitindex legte gegen Mittag um 1,24 Prozent auf 25.116 Punkte zu. Am Vortag war er früh unter 25.000 Punkte gerutscht und hatte den tiefsten Stand seit Juli erreicht. Für die Woche zeichnet sich dennoch ein Minus von rund 0,5 Prozent ab.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank auf 3,44 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Frankreich, wo die Renditen zuletzt auf Mehrjahreshochs geklettert waren. Hinzu kommt, dass die Zinserwartungen für die EZB nachließen: Ein weiterer Zinsschritt bis Jahresende ist nicht mehr vollständig eingepreist. Chefvolkswirt Philip Lane hatte zuvor ein „maßvolles“ Vorgehen angekündigt.

Timo Emden von CapTrader mahnt trotzdem: Unter der Oberfläche glimmten erhebliche Unsicherheitsfaktoren. Womöglich seien Schnäppchenjäger am Werk gewesen. Auch die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, nachdem die Huthi-Miliz den Flughafen Riad angegriffen hatte.

Telekom belastet, Salzgitter glänzt

Kräftig unter Druck stand die Deutsche Telekom mit einem Minus von zuletzt 6,5 Prozent. Auslöser war SpaceX: Das Unternehmen will mit einem groß angelegten Frequenzkauf in den USA zum Mobilfunkanbieter werden. Das drückte schon am Vorabend T-Mobile US, die Telekom-Tochter. Ein Händler sieht den Wettbewerb in den USA sich verschärfen.

Auf der Gewinnerseite führten SAP und Zalando mit Aufschlägen von jeweils mehr als 4 Prozent, Heidelberg Materials legte 3,4 Prozent zu. Im MDax sprang Salzgitter um 12,6 Prozent nach oben. Die UBS empfiehlt den Stahlkonzern zum Kauf und hob das Kursziel deutlich an. Analyst Andrew Jones sieht Salzgitter stärker als andere Hersteller von anziehenden Stahlpreisen in der EU profitieren. Der MDax gewann insgesamt 1,74 Prozent auf 30.019 Punkte.

Charttechnik bleibt vorsichtig

Der Xetra-Handel hatte am Donnerstag bei 24.807 Punkten geschlossen, nachbörslich erholte sich der Index auf rund 24.987 Punkte. Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen, weil der Index unter wichtige gleitende Durchschnitte gerutscht war.

Zwischen 25.118 und 25.345 Punkten liegt der Bereich, in dem Erholungen möglich wären. Fällt der Dax dagegen unter die Zone um 25.016 Punkte zurück, rücken Niveaus zwischen 24.740 und 24.546 Punkten in den Blick.

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