DAX: Unter alle drei gleitenden Durchschnitte
Der DAX verliert 1,29 Prozent und schließt unter den 50-, 100- und 200-Tage-Linien. Zalando und Siemens Energy gehören zu den größten Verlierern.

- DAX unter allen drei gleitenden Durchschnitten
- Zalando mit über sechs Prozent Verlust
- SAP als einziger Stabilisator im Index
- Makrodaten bestimmen die kommende Handelswoche
Der DAX beendete die Woche mit einem deutlichen Rückschlag. Am Freitag verlor der deutsche Leitindex 1,29 Prozent auf 24.671 Punkte — und rutschte damit unter alle drei wichtigen gleitenden Durchschnitte.
Zalando, Siemens Energy, Autowerte unter Druck
Das Bild der Sitzung war eindeutig: 28 Werte schlossen im Minus, nur 11 im Plus. Der VDAX-NEW stieg um 3,50 Prozent auf 17,96 Punkte — ein klares Zeichen für erhöhte Absicherungsnachfrage.
Die größten Verluste trug Zalando mit minus 6,32 Prozent. Die BaFin prüft den Konzernabschluss des vergangenen Jahres; die Aktie brach zeitweise noch stärker ein. Siemens Energy verlor 5,84 Prozent, Infineon 4,52 Prozent. Im Autosektor belasteten Berichte über einen verschärften Sparkurs: Volkswagen gab 3,91 Prozent nach, Mercedes-Benz 2,91 Prozent, BMW 2,83 Prozent.
Auf der Gegenseite hielt SAP mit plus 2,16 Prozent dagegen. Das Softwareunternehmen ist Indexschwergewicht — ohne diesen Beitrag wäre der Rückgang noch breiter ausgefallen. Beiersdorf, Adidas und Henkel folgten mit Gewinnen zwischen einem und zwei Prozent.
Technisches Bild: Alle Durchschnitte verloren
Der Index schloss unter dem 50-Tage-Schnitt bei 24.844 Punkten, unter dem 100-Tage-Schnitt bei 24.909 Punkten und unter dem 200-Tage-Schnitt bei 24.826 Punkten. RSI und MACD zeigen ebenfalls negative Werte. Auf Jahressicht liegt der DAX mit 0,54 Prozent knapp im Plus — vom Jahreshoch bei 25.508 Punkten trennen ihn aber noch 3,28 Prozent.
Die zentrale Zone für den Wochenstart liegt zwischen 24.571 und 24.910 Punkten. Fällt der Index unter 24.571 Punkte, rückt das Freitagstief bei 24.548 Punkten erneut ins Visier. Hält die Zone, wäre eine Erholung in Richtung der gleitenden Durchschnitte denkbar.
Makrodaten bestimmen die Wochenmitte
Das Marktumfeld lieferte gemischte Signale. Gold stieg um 1,55 Prozent auf 4.090 Dollar — ein Zeichen für Risikoaversion. Brent-Öl fiel um 1,23 Prozent auf 73,87 Dollar. Der Euro legte leicht auf 1,1399 Dollar zu, was exportlastige DAX-Werte kurzfristig belasten kann.
Die kommende Woche bringt mehrere Datenpunkte, die den Ton setzen dürften. Am Dienstag folgen deutsche Arbeitsmarktdaten und vorläufige Verbraucherpreise. Am Mittwoch kommen die EWU-Inflationsschätzung und der ISM-Index. Den Abschluss bilden am Donnerstag die US-Arbeitsmarktdaten. Ob SAP und defensive Konsumwerte weiter stabilisieren oder Druck auf Technologie- und Autowerte die negative Marktbreite verlängert, hängt auch davon ab, wie diese Zahlen ausfallen.
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