DAX: Unter der 200-Tage-Linie

Der deutsche Leitindex rutscht charttechnisch ab und notiert unter der 200-Tage-Linie. Belastungsfaktoren sind der Iran-Konflikt, steigende Ölpreise und eine schwache Konjunkturprognose.

Die Kernpunkte:
  • DAX fällt unter 200-Tage-Linie
  • Iran-Konflikt treibt Ölpreise
  • Wachstumsprognose auf 0,5% halbiert
  • Wall Street mit neuen Rekorden

Der Freitag beginnt für den DAX ungemütlich. Mit einem Abschlag von knapp einem Prozent eröffnete der deutsche Leitindex bei 24.229 Punkten — und rutschte im weiteren Verlauf sogar unter die viel beachtete 200-Tage-Linie bei 24.118 Punkten. Das Trendbarometer selbst verläuft seitwärts, was charttechnisch einen orientierungslosen Markt signalisiert.

Zum Vergleich: Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten rückt damit noch weiter in die Ferne. Seit Jahresbeginn steht der DAX 2026 minimal im Minus.

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Iran, Öl, Inflation — ein bekanntes Trio

Die Druckpunkte sind nicht neu, aber sie werden hartnäckiger. Der anhaltende Krieg im Iran hält die Straße von Hormus faktisch geschlossen — mit direkten Folgen für den Ölpreis. Steigende Energiekosten schüren Inflationssorgen und engen den Spielraum der Notenbanken ein. Für eine exportabhängige Volkswirtschaft wie Deutschland ist das eine doppelte Belastung.

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 bereits halbiert und erwartet nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent. Das Wirtschaftsministerium warnt nun vor einem spürbaren Konjunktur-Dämpfer im zweiten Quartal. Steigende Preise, Lieferkettenprobleme und wachsende Unsicherheit belasten Unternehmen und Haushalte gleichermaßen.

Besonders hart trifft es energieintensive Branchen: In Chemie, Papier, Glas und Metallerzeugung lag der Produktionsrückgang seit Februar 2022 bei 15,2 Prozent — deutlich mehr als der gesamtindustrielle Rückgang von 9,5 Prozent. Rund 53.200 Stellen gingen in diesen Sektoren verloren.

Wall Street zieht davon

Während der DAX taumelt, eilt die Wall Street von Rekord zu Rekord. Der S&P 500 kletterte erstmals über 7.500 Punkte und liegt 2026 fast zehn Prozent im Plus. Der Nasdaq 100 verzeichnet sogar 17 Prozent Zuwachs — angetrieben von einer KI-Euphorie, die den US-Markt zur reinen Momentum-Maschine gemacht hat.

Diese Schere zwischen amerikanischen und deutschen Aktien ist bemerkenswert. Auch das Trump-Xi-Treffen in Peking brachte keine nachhaltige Entspannung: Die strukturelle Rivalität zwischen Washington und Peking bleibt intakt, lediglich die unmittelbare Lage hat sich marginal beruhigt. Für den DAX, der stärker von globalen Handelsströmen abhängt als US-Indizes, ist das kein Trost.

Im Einzelwertbereich stehen Infineon unter Abgabedruck — nach einer starken KI-Rally setzen Anleger auf Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor. Fraport leidet unter einem zweistelligen Passagierrückgang im April infolge von Streiks.

Die Berliner Koalition will bis zur parlamentarischen Sommerpause Mitte Juli ein Reformpaket bei Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau vorlegen. Ob das die Stimmung in der deutschen Wirtschaft rechtzeitig dreht, steht auf einem anderen Blatt.

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