DAX: Verfallstag trifft auf Preisschock
Überraschend höhere deutsche Erzeugerpreise schüren Inflationssorgen, während der große Verfall und neue Impulse aus Japan den DAX prägen.

- Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet
- Großer Verfall sorgt für Kursschwankungen
- Bank of Japan erhöht Leitzins
- Infineon und Renk hochgestuft
Der DAX startet mit gemischten Vorzeichen in den letzten Handelstag der Woche. Zinserleichterung aus Asien und fallende Ölpreise treffen auf eine unangenehme Überraschung aus dem eigenen Land: Die deutschen Erzeugerpreise sind stärker gestiegen als erwartet. Nachdem bereits die Großhandelspreise zuvor nach oben überrascht hatten, verdichten sich damit die Hinweise auf wieder anziehenden Preisdruck in Deutschland.
Die Inflationsdebatte ist damit für Anleger noch längst nicht vom Tisch, auch wenn sinkende Energiepreise andernorts entlasten. Der X-Dax signalisierte vor Handelsbeginn ein Minus von rund 0,2 Prozent auf etwa 25.655 Punkte. Auf Wochensicht deutete sich damit dennoch eine leicht positive Bilanz an.
Der große Verfall dominiert den Handelstag
Zur Mittagszeit laufen an der Eurex zunächst die Indexoptionen und -Futures auf EuroStoxx 50 und Stoxx 50 aus, kurz danach folgen DAX, TecDAX und MDAX. Gegen Handelsschluss verfallen dann die Optionen und Futures auf einzelne Aktien.
An diesem sogenannten Hexensabbat bestimmen zeitweise Positionierungen an den Terminbörsen die Kurse stärker als fundamentale Nachrichten – größere Kursausschläge sind deshalb keine Seltenheit und sollten nicht vorschnell als neues Marktsignal gedeutet werden.
Charttechnisch bleibt die Marke von 26.000 Punkten entscheidend für eine nachhaltige Trendwende. Gelingt der Sprung darüber, rücken 26.167 Punkte und die bisherigen Rekordstände bei 26.618 Punkten in Reichweite. Auf der Unterseite bleibt das Wochentief bei 25.172 Punkten die wichtige Haltemarke – ein Rückfall darunter würde den Blick auf den 200-Tage-Durchschnitt und die Horizontalunterstützung bei 24.480 Punkten lenken.
Bank of Japan sorgt für Nebenschauplatz
Die Bank of Japan hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben, die Entscheidung fiel jedoch mit sieben zu zwei Stimmen nicht einstimmig aus. Der Markt wertete den Auftritt insgesamt als taubenhafter als erwartet, was den Yen unter Druck setzte. Das knappe Abstimmungsergebnis deutet darauf hin, dass die japanische Notenbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung vorsichtig bleiben dürfte.
Auf Einzelwerteseite sorgten zwei Hochstufungen für Bewegung: Oddo BHF hob Infineon von „Neutral“ auf „Outperform“, Goldman Sachs stufte Renk von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Beide Titel notierten im vorbörslichen Handel deutlich im Plus.
Der Handelsstart dürfte insgesamt verhalten ausfallen, da ein Großteil der positiven Impulse bereits am Vortag in die Kurse eingepreist wurde. Für den DAX zeichnet sich zunächst eine Spanne zwischen 25.200 und 25.800 Punkten ab – die eigentliche Richtung dürfte sich erst nach dem Verfall zur Wochenmitte kommender Woche wieder klarer zeigen, wenn der Optionsdruck aus dem Markt gewichen ist.
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