DAX: Vierter Verlusttag in Folge
Der deutsche Leitindex rutscht auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Steigende Ölpreise und Renditen belasten die Stimmung der Anleger.

- DAX rutscht unter 26.000 Punkte
- Ölpreis und Renditen belasten Markt
- Sartorius und Continental legen zu
- Bundesbank sieht Erholungskurs
Der DAX kommt nicht von der Stelle – im Gegenteil. Am Donnerstag rutschte der deutsche Leitindex den vierten Handelstag in Folge ins Minus und schloss mit 25.983,04 Punkten erstmals seit Anfang August wieder unter der Marke von 26.000 Zählern. Ein Minus von 0,42 Prozent klingt nach wenig, markiert aber eine Serie, die Anleger aufhorchen lässt.
Noch in der Vorwoche hatte der Index bei 26.573 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Seither fehlt die Anschlussfantasie komplett. Der MDax der mittelgroßen Werte gab parallel um 0,34 Prozent auf 31.715,53 Punkte nach.
Ölpreis und Anleihemärkte belasten
Zwei Faktoren drücken seit Tagen auf die Stimmung. Zum einen steigende Renditen an den Anleihemärkten, zum anderen ein Ölpreis, der sich der Marke von 100 US-Dollar je Fass Brent wieder annähert. Grund dafür ist der andauernde Iran-Krieg – US-Präsident Donald Trump drohte Teheran zuletzt mit einem „beispiellosen Wirtschaftskrieg“, nachdem Verhandlungen über eine freie Seefahrt in der Straße von Hormus ins Stocken geraten waren.
Die Landesbank Helaba brachte die Lage auf den Punkt: Eine freie Passage durch die Straße von Hormus bleibe „eher Wunschdenken als Realität“. Entsprechend hätten sich die Energiepreise auf erhöhtem Niveau festgesetzt – ein Zustand, der die Kauflaune für Aktien spürbar dämpft.
Hinzu kommt Gegenwind vom Dollar. Die Ankündigung des US-Finanzministeriums, künftig verstärkt langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen, sorgte zwar für etwas Entspannung bei den US-Renditen, setzte der US-Währung aber zu. Das wiederum bremst die Kauflaune für europäische Aktien, da ein schwächerer Dollar tendenziell Kapital aus dem Euroraum abzieht.
Einzelwerte trotzen dem Trend
Nicht der gesamte Markt zog mit nach unten. Sartorius-Vorzugsaktien legten dank einer Kaufempfehlung der UBS mehr als sechs Prozent zu, Continental gewann rund ein Prozent nach einer positiven Brancheneinschätzung von JPMorgan.
Auf der Verliererseite standen Brenntag mit gut einem Prozent Minus nach einem „Underperform“-Votum der Bank of America sowie Ströer, wo eine gestrichene Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux einen Kursrückgang von gut drei Prozent auslöste.
Konjunkturell zeichnet sich derweil ein zwiespältiges Bild ab. Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft nach zwei Quartalen mit Wachstum von 0,4 und 0,2 Prozent „deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs“ – trotz des Nahost-Konflikts. Niedrige Rheinpegel und eine auf 6,4 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote dämpfen diesen Optimismus an der Börse bislang jedoch spürbar.
Kurzfristig bleibt die 26.000er-Marke die entscheidende Orientierungslinie. Ob der Ölpreis in Richtung 100 Dollar weiterzieht und wie sich die Lage rund um die Straße von Hormus entwickelt, dürfte in den kommenden Handelstagen über die Richtung des Index entscheiden.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




