DAX: Wackelkurs vor Lagardes Auftritt

Der DAX kämpft um die 25.000-Punkte-Marke, während steigende Ölpreise und gemischte Quartalszahlen die Anleger verunsichern.

Die Kernpunkte:
  • DAX pendelt um 25.000 Punkte
  • EZB-Entscheidung und Lagarde-Rede erwartet
  • Ölpreis steigt über 98 Dollar
  • Gemischte Quartalszahlen belasten

Der deutsche Leitindex kommt an diesem Donnerstag nicht zur Ruhe. Nach dem Rutsch unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten kämpft sich der DAX im Handelsverlauf zurück über diese Schwelle — nur um kurz darauf wieder darunter zu fallen. Grund für die Nervosität: Am Nachmittag verkündet die Europäische Zentralbank ihre Zinsentscheidung, während steigende Ölpreise und eine durchwachsene Berichtssaison die Stimmung zusätzlich eintrüben.

Der Index war mit einem Minus von 0,61 Prozent bei 24.994,05 Punkten in den Tag gestartet, nachdem er am Vortag noch bei 25.154,41 Zählern geschlossen hatte. Im Tagestief ging es sogar bis auf 24.909 Punkte hinunter. Von dem Rekordhoch, das der DAX Anfang Juli mit 25.900,10 Punkten markiert hatte, bleibt der Index damit spürbar entfernt.

Ölpreis und Chipsektor belasten

Die Eskalation im Nahost-Konflikt treibt die Ölpreise weiter nach oben — Brent-Rohöl kletterte über 98 Dollar je Barrel. Für Anleger bedeutet das neue Inflationsängste, ausgerechnet an einem Tag, an dem die Notenbank über die Zinsrichtung entscheidet.

Zusätzlichen Druck bringt der Chipsektor. STMicroelectronics hatte seine Anleger mit einem schwachen Umsatzausblick enttäuscht — die Aktie des Wettbewerbers brach zweistellig ein. Die Reaktion färbte auf heimische Werte ab: Infineon verlor am DAX-Ende zeitweise fast fünf Prozent. Auch die überraschend starken Quartalszahlen von Alphabet konnten die Stimmung nicht drehen, da der Internetkonzern angekündigt hatte, seine KI-Investitionen weiter zu erhöhen — ein Signal, das nachbörslich auf die eigene Aktie drückte.

Berichtssaison mit gemischten Vorzeichen

Die laufende Quartalssaison liefert unterschiedliche Signale. Daimler Truck gewann nach einer angehobenen Prognose rund vier Prozent, Traton legte nach einem starken zweiten Quartal mit einer bereinigten operativen Rendite von 8,1 Prozent sogar rund sieben Prozent zu. Auf der anderen Seite steht Nestlé: Der Nettogewinn von 3,47 Milliarden Franken blieb deutlich hinter den vom Konzern selbst zusammengestellten Erwartungen von gut 5 Milliarden Franken zurück, die Aktie brach um mehr als sechs Prozent ein.

Sartorius bestätigte zwar die Jahresprognose, verwies aber auf mögliche Belastungen aus Zollrückerstattungen an Kunden — die Aktie gab dennoch nach. Roche dagegen legte zu, nachdem die Pharmasparte für einen soliden Umsatzanstieg sorgte.

Die eigentliche Richtungsentscheidung fällt am Nachmittag. Die EZB dürfte ihren Leitzins bei 2,25 Prozent belassen, nachdem sie ihn im Juni zuletzt um einen Viertelprozentpunkt angehoben hatte. Entscheidender als der Zinsschritt selbst dürften die Signale von EZB-Chefin Lagarde für die Sitzung im September sein — viele Volkswirte rechnen dann mit der nächsten Erhöhung.

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