DAX: Wahlangst bremst Frankfurt
Wahlunsicherheit und höhere Anleiherenditen belasten den DAX, während Bayer und Fresenius Medical Care gegen den Markttrend steigen.

- Leitindex verliert rund 0,6 Prozent
- SAP führt die DAX-Verlierer an
- Bayer gewinnt 4,3 Prozent
- Ölpreis steigt wegen Nahost-Spannungen
Vor den US-Zwischenwahlen halten sich Anleger zurück. Der deutsche Leitindex gibt am Dienstagnachmittag um rund 0,6 Prozent nach und notiert bei etwa 25.825 Punkten. Der Vortagesschluss lag bei 25.981 Zählern.
Der Handel bewegte sich bislang in einer engen Spanne zwischen 25.678 und 25.853 Punkten. Nur 15 der 40 Werte liegen im Plus.
Software und Luftfahrt belasten
SAP führt die Verlierer mit einem Minus von 2,8 Prozent an. MTU Aero Engines verliert 2,6 Prozent, Adidas und Airbus geben jeweils knapp 2 Prozent ab. Zum Teil dürfte das die anhaltende Skepsis gegenüber hohen KI-Bewertungen widerspiegeln.
Auf der anderen Seite stützen defensive Titel. Bayer legt um 4,3 Prozent zu, Fresenius Medical Care gewinnt 2,5 Prozent. Gesundheitswerte profitieren damit von der Vorsicht am Markt.
Geopolitik, Öl und Zinsen
Neue Meldungen zu Spannungen im Nahen Osten treiben den Ölpreis. Brent-Futures steigen um rund ein Prozent auf etwa 106 Dollar je Barrel. Gold gibt dagegen um mehr als ein Prozent nach, Kryptowährungen tendieren überwiegend schwächer.
Auch am Anleihemarkt zeigt sich Zurückhaltung. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen steigt auf rund 3,33 Prozent, nach 3,29 Prozent zum Vortagesschluss. Höhere Renditen erhöhen den Druck auf Wachstumswerte, deren Gewinne weiter in der Zukunft liegen.
Der Dollar legt zu. Der Dollar-Index notiert bei etwa 101,85, der Euro rutscht auf rund 1,118 Dollar. Ein schwächerer Euro kann Exportwerten helfen, konnte die Stimmung heute aber nicht drehen.
Die Zurückhaltung beschränkt sich nicht auf Frankfurt. Der Euro Stoxx 50 verliert knapp 0,5 Prozent, der FTSE 100 ebenfalls rund 0,5 Prozent. Die Futures an der Wall Street deuten auf einen schwächeren Start hin.
Saisonregel auf dem Prüfstand
Mit dem November beginnt traditionell die stärkere Börsenhälfte. Zuletzt lief es allerdings anders: Beim DAX und beim S&P 500 schlug der Sommer den Winter. Hinzu kommt, dass der KI-Ausbau immer teurer wird, weil Strom- und Speicherpreise steigen.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den Wahlausgang in den USA. Fällt die Reaktion an den Märkten ruhig aus, könnte der DAX die Marke von 26.000 Punkten wieder ins Visier nehmen. Bleibt die Unsicherheit, dürfte der Index weiter in der engen Spanne um 25.700 bis 25.900 Punkte pendeln.
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