DAX: Wall Street bremst die Bullen

Der Leitindex gab nach, während Redcare Pharmacy deutlich zulegte und sein Umsatzziel für 2026 erneut anhob.

Die Kernpunkte:
  • DAX verliert 0,13 Prozent
  • MDax gibt 0,44 Prozent nach
  • Redcare-Aktie steigt um 12,7 Prozent
  • Redcare hebt Umsatzziel für 2026 an

Ein zäher Handelstag endet mit einem Dämpfer aus Übersee. Der DAX wehrte sich lange gegen die negativen Vorzeichen, ehe eine schwächelnde Wall Street die Notierung am Nachmittag doch noch ins Minus drückte. Am Ende stand ein Schlussstand von 25.374,42 Punkten – ein Rückgang von 0,13 Prozent.

Immerhin bewährte sich die 100-Tage-Linie erneut als technische Unterstützung. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor deutlicher, 0,44 Prozent auf 30.895,59 Zähler.

Öl und KI-Zweifel als Belastung

Zwei Themen prägten die Stimmung. Zum einen zog der Ölpreis wieder an, nachdem Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus abgelehnt hatte – die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung blieb damit vorerst unerfüllt.

Zum anderen verliert das Thema Künstliche Intelligenz an Strahlkraft: Hohe Investitionskosten für Rechenzentren bei Oracle und eine Trainingspause bei OpenAI verunsichern Anleger, die ihre Gewinnerwartungen für den gesamten Tech-Sektor neu kalkulieren müssen.

Unter den Einzelwerten sorgte die Chemiebranche für Gesprächsstoff. Evonik kletterte um 2,4 Prozent, nachdem das Management laut Medienberichten eine Übernahmeofferte von BASF abgelehnt haben soll. Die BASF-Aktie reagierte mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent.

Sartorius legte um 2,0 Prozent zu – die Bank of America rechnet mit einem soliden Quartal, da der Markt anstehende Zollrückerstattungen bislang unterschätzt habe. Gegenläufig entwickelte sich Renk: Ein skeptischer Kommentar von JPMorgan zu einem möglicherweise enttäuschenden dritten Quartal drückte die Aktie um 2,4 Prozent nach unten.

Die auffälligste Bewegung lieferte der SDax. Redcare Pharmacy schoss um 12,7 Prozent nach oben – die Online-Apotheke profitiert vom Durchbruch des E-Rezepts und hob ihr Umsatzziel für 2026 erneut an. Südzucker verbuchte nach einem stärkeren Kurssprung am Ende noch ein Plus von 3,1 Prozent; die Anhebung der Gewinnprognose für 2026/27 fiel Investoren allerdings zu zurückhaltend aus.

Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob die 100-Tage-Linie ihre Schutzfunktion behält oder ob weitere Öl- und Zinssorgen aus den USA den Index tiefer drücken.

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