DAX: Warten auf das Nvidia-Signal
Der DAX verharrt nahe seinem Rekordhoch, während Anleger auf Nvidia-Quartalszahlen und US-Inflationsdaten warten. Positive Konjunkturdaten stützen den Markt.

- DAX nahe Rekordhoch
- Nvidia-Zahlen als KI-Indikator
- PCE-Deflator vor Jackson Hole
- Ifo-Klima überrascht positiv
Der deutsche Leitindex tritt am Mittwoch auf der Stelle. Nach dem Sprung in Rekordnähe am Vortag pendelt der DAX vorbörslich um die Nulllinie — Anleger halten sich bewusst zurück, bevor am Abend die Zahlen von Nvidia und wichtige US-Inflationsdaten anstehen.
Die Zurückhaltung hat Methode. Zum Allzeithoch von 26.573,60 Punkten, erreicht am 12. August auf Intraday-Basis, fehlen dem Index nur noch wenige hundert Zähler. Am Freitag markierte der DAX bei 26.440,31 Punkten zudem ein neues Rekordhoch auf Schlusskursbasis. Diese Nähe zur Bestmarke macht viele Marktteilnehmer vorsichtig — niemand will sich vor den Schlüsselterminen des Tages positionieren.
PCE-Deflator vor Jackson Hole
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf den PCE-Deflator, den bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank Fed. Die Daten kommen einen Tag vor dem Notenbankertreffen in Jackson Hole und dürften die Erwartungen an die künftige Zinspolitik mitprägen. Volkswirte der NordLB rechnen für Juli mit nur einem moderaten Preisanstieg — ein Ergebnis, das die Märkte eher entlasten als belasten dürfte.
Nvidia als Gradmesser für die KI-Fantasie
Weit mehr Gewicht als der PCE-Deflator dürften am Abend die Quartalszahlen von Nvidia entfalten. Der Chipkonzern gilt als zentraler Indikator dafür, wie tragfähig der Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz tatsächlich ist — ein Thema, dem Anleger zuletzt zunehmend kritisch begegnen. Die NordLB bezeichnet die Zahlen als „Indikator für die Stärke des Investitionsbooms im KI-Bereich“.
Bemerkenswert ist dabei ein Muster, auf das Jim Reid von der Deutschen Bank zuletzt hingewiesen hat: Nach den vergangenen vier Zahlenvorlagen gab die Nvidia-Aktie jeweils nach — trotz oder gerade wegen der hohen Erwartungen, an die sich der Markt inzwischen gewöhnt hat. Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte das auch auf europäische Technologie- und Chipwerte ausstrahlen, die zuletzt von der KI-Fantasie profitiert hatten.
Fundamental bekommt der DAX zusätzlichen Rückhalt von der deutschen Konjunktur. Das Ifo-Geschäftsklima hellte sich im August deutlicher auf als von Analysten erwartet, während das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal nach oben revidiert wurde. Die Commerzbank wertet dies als Zeichen, dass die deutsche Wirtschaft von einer stärkeren Auslandsnachfrage profitiert.
Der Rest der Woche bleibt eng getaktet. Nach den Nvidia-Zahlen am Mittwochabend richtet sich der Blick bereits auf Freitag, wenn Fed-Präsident Kevin Warsh in Jackson Hole spricht. Bis dahin dürfte der DAX in seiner engen Handelsspanne nahe dem Rekordhoch verharren.
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