DAX Warten unter der Trendlinie

Der deutsche Leitindex verharrt unter der 21-Tage-Linie und zeigt keine klare Richtung. Zinsangst und Nahost-Konflikt belasten die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • DAX notiert nahezu unverändert
  • Kurs unter kurzfristiger Trendlinie
  • US-Zinsangst belastet Technologiewerte
  • Nahost-Konflikt bleibt Risikofaktor

Der deutsche Leitindex kommt nicht vom Fleck. Auf dem niedrigsten Stand seit fast drei Wochen deutet der vorbörsliche Handel am Dienstag auf einen nahezu unveränderten Start hin — rund 24.620 Punkte, kaum mehr als am Montag.

Charttechnik sendet kein klares Signal

Das entscheidende Problem: Der DAX notiert weiterhin unterhalb der 21-Tage-Linie, die er zu Wochenbeginn im Zuge eines globalen Ausverkaufs nach unten durchbrochen hatte. Diese Linie gilt als Maßstab für den kurzfristigen Trend. Solange der Index darunter verharrt, fehlt dem Markt die technische Bestätigung für eine Erholung. Charttechniker Martin Utschneider von Robomarkets beschreibt das Kräfteverhältnis zwischen Käufern und Verkäufern aktuell als ausgeglichen — weder Aufbruchsstimmung noch weiterer Abgabedruck.

Vom Allzeithoch ist der DAX damit ein gutes Stück entfernt. Das Rekordniveau bei 25.507 Punkten datiert auf den 13. Januar — seither hat sich der Abstand eher vergrößert als verkleinert.

Zwei Belastungen, keine Lösung

Hinter der Zurückhaltung stecken zwei Themen, die den Markt seit Tagen beschäftigen. Erstens die Zinsangst: Ein solider US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag hat Spekulationen befeuert, dass die US-Notenbank ihren Leitzins erhöhen könnte. Das traf besonders Technologiewerte — der Nasdaq 100 verlor am Freitag fast 5 Prozent, erholte sich am Montag aber um rund 1,6 Prozent.

Zweitens der Nahost-Konflikt. Nach einer erneuten Eskalation zwischen dem Iran und Israel haben beide Seiten ihre gegenseitigen Angriffe zwar vorerst eingestellt. Die Drohkulisse bleibt jedoch bestehen — und untergräbt laut Marktbeobachtern Trumps diplomatische Bemühungen in der Region. NAB-Analyst Rodrigo Catril sieht die Stimmung zwar als „stabilisiert“, warnt aber implizit vor neuen Rückschlägen, sollten die Waffenruhe-Bedingungen nicht eingehalten werden.

Aus Asien kamen indes zumindest freundliche Signale: In Südkorea legte der Kospi nach den kräftigen Montagsverlusten um knapp 8 Prozent zu, der Nikkei gewann rund 2 Prozent. Positive chinesische Handelsbilanz-Daten stützten die Stimmung zusätzlich — auf den DAX dürfte davon am Dienstagmorgen aber kaum Schub überspringen.

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