DAX: Wenn Thyssenkrupp Platz macht – wer kommt dann?

Hält sich der Mischkonzern Thyssenkrupp ran und macht mit seiner Aufspaltung schnell ernst, könnte sich das Gesicht des Leitindex DAX noch vor Jahresende erneut ändern. Denn wie Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff bereits via Medien richtig einschätzt, würden die beiden neuen Unternehmen anfänglich wohl kaum die Kriterien für eine DAX-Mitgliedschaft erfüllen.

Der nächste Überprüfungstermin für den DAX ist im Dezember. Sollte es bis dahin eine faktische Aufspaltung von Thyssenkrupp gegeben haben, wird die Deutsche Börse entsprechend handeln müssen. Wobei der zukünftige DAX-Kandidat von der sogenannten Fast-Exit-Regel profitieren würde.

Wie sind die Regeln?

Diese besagt, dass ein Unternehmen aus dem DAX fällt, sobald es in den Rängen für Marktkapitalisierung und Orderbuch-Umsatz schlechter als Platz 45 in der entsprechenden Rangliste steht. Auf die beiden neuen Thyssenkrupp-Firmen dürfte dies zutreffen. Damit wäre dann ein Platz frei.

Natürlich kann sich die Rangliste bis Dezember noch deutlich ändern. Doch aktuell hat vor allem einen Wert besten Karten, zukünftig im wichtigsten Auswahlindex der Deutschen Börse enthalten zu sein: Deutsche Wohnen. Diese Aktie wies in der September-Rangliste die Plätze 26 für die Marktkapitalisierung und 35 für den Orderbuch-Umsatz aus. Damit wäre sie aktuell der beste Nachfolge-Kandidat.

DAX und auch MDAX vor Veränderungen

Eine weitere spannende Frage wäre natürlich, wo die beiden Thyssenkrupp-Firmen dann landen. Sehr wahrscheinlich wäre sicherlich eine Aufnahme in den MDAX. Auch hier könnte die sogenannte Fast-Entry-Regel greifen, die ebenfalls im Dezember (bzw. vierteljährlich) zum Einsatz kommen kann.

Diese besagt, dass eine Firma bei den vierteljährlichen Überprüfungen in den Index aufgenommen werden kann, wenn sie nach Marktkapitalisierung und Umsatz jeweils dem Platz 85 oder besser erreicht. Verlassen müsste dann das Unternehmen den Index, das Platz 95 oder schlechter in den beiden Kriterien einnimmt.

Durch die jüngste Umgestaltung des MDAX mit seiner Erweiterung auf 60 Werte gibt es gleich mehrere Kandidaten, die bei einer Aufnahme der Thyssenkrupp-Firmen ihrem Platz wieder verlieren könnten. Aufgrund der September-Rangliste wären dies Ströer, Fielmann und Jungheinrich. Aber auch hier gilt natürlich, dass bis Dezember noch viel passieren kann. Erst recht, wenn Thyssenkrupp länger braucht und die Aufspaltung erst im kommenden Jahr vollzieht.

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