DAX: Zinsangst trifft Techwerte

Höhere US-Teuerung stärkt Zinserhöhungsängste; Technologiewerte gerieten in den USA und Asien unter Verkaufsdruck.

Die Kernpunkte:
  • US-Inflation über den Erwartungen
  • Nasdaq 100 verlor zwei Prozent
  • DAX schloss leicht im Plus
  • TSMC-Zahlen stehen im Tagesverlauf an

Die Inflationszahlen aus den USA wirken über Nacht nach. Der DAX dürfte am Donnerstag schwächer starten, ein Broker sah den Leitindex vorbörslich bei rund 25.227 Punkten, ein Minus von etwa 0,3 Prozent. Andere Schätzungen lagen bei minus 0,4 Prozent.

Inflation facht Zinssorgen an

Die US-Verbraucherpreise stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr. Erwartet worden waren 3,6 Prozent, nach 3,4 Prozent im August. Damit rückt eine weitere Zinserhöhung der Fed wieder in den Blick. Besonders trifft das Unternehmen, die von günstiger Finanzierung abhängen, vor allem KI- und Chipwerte.

An der Wall Street verlor der Nasdaq 100 am Mittwoch 2,0 Prozent. Der Datenanbieter-Liebling CoreWeave brach um 15,5 Prozent ein. In Asien setzte sich der Ausverkauf fort: Der südkoreanische Kospi sackte zeitweise um 7,7 Prozent ab, Samsung und SK Hynix verloren zweistellig beziehungsweise knapp darunter. Auch der japanische Nikkei gab deutlich nach.

Der DAX kam bislang glimpflicher davon. Er schloss gestern 0,2 Prozent höher bei 25.299 Punkten, nachdem er zeitweise 0,8 Prozent im Plus gelegen hatte. Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners spricht von der „zweiten Welle der KI-Sorgen“ und von echten Befürchtungen vor einer größeren Korrektur. Im Index fallen Verkaufswellen aus dem Techsektor jedoch weniger ins Gewicht, weil dort nur wenige Technologiewerte gelistet sind.

Die Einschätzungen zur Inflation gehen auseinander. VP-Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel sieht bislang keine klaren Zweitrundeneffekte. Helaba-Analyst Ralf Umlauf hält dagegen: Die Zinserhöhungserwartungen würden wieder angeheizt.

Gewinner, Verlierer, Termine

Gestern liefen Rheinmetall, Merck, Bayer und Airbus besonders gut. Siemens Energy bildete mit einem Minus von 5,4 Prozent das Schlusslicht, dahinter folgten Volkswagen, Zalando, Scout24 und Commerzbank.

Der Ölpreis gab nach, ein Barrel Brent kostete zuletzt 104,27 Dollar. Gold legte um 0,9 Prozent zu, Bitcoin gab um ebenso viel nach.

Im Tagesverlauf stehen die Geschäftszahlen des Chipfertigers TSMC im Fokus. Marktanalysten werten sie nach den ASML-Zahlen als Realitätscheck für den gesamten Technologiesektor. Erwartet wird ein Nettogewinn von 746,3 Milliarden Taiwan-Dollar, ein Plus von 65 Prozent.

Um 14:30 Uhr folgen in den USA die Einzelhandelsumsätze für September. Volkswirte rechnen mit einem Plus von 0,4 Prozent nach 1,2 Prozent im August. Zeitgleich erscheinen die Erzeugerpreise, die um 0,6 Prozent steigen dürften. Fallen die Daten stärker aus, dürfte der Druck auf die 21-Tage-Linie bei 25.308 Punkten zunehmen, die der DAX aktuell von unten testet.

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