DAX: Zinsdaten bestimmen die Woche

Der DAX erhält durch niedrigere Ölpreise und Renditen Unterstützung; US-Inflationsdaten könnten die weitere Zinsdebatte prägen.

Die Kernpunkte:
  • IG Markets sieht den DAX höher
  • Quartalsberichte könnten den Märkten Rückhalt geben
  • US-Inflationszahlen erscheinen am Mittwoch
  • Dezember-Zinsschritt laut Futures zu 82 Prozent wahrscheinlich

Der deutsche Leitindex startet voraussichtlich freundlich in die neue Woche. Nachgebende Ölpreise und leicht sinkende Anleiherenditen geben Rückenwind, die großen Impulse dürften aber erst im Wochenverlauf kommen.

Der Broker IG Markets sah den DAX gut zwei Stunden vor Xetra-Start 0,67 Prozent höher bei 25.256 Punkten. Damit liegt der Index wieder über der runden Marke von 25.000 Zählern, die er in der vergangenen Woche zeitweise unterschritten hatte. Nach oben markiert der Bereich um 25.500 Punkte die nächste Hürde.

Berichtssaison als Stütze

Die Quartalszahlen-Saison beginnt in den USA und folgt dann in Europa. JPMorgan-Stratege Mislav Matejka erwartet, dass die Unternehmensergebnisse den Märkten Unterstützung geben. Am Montag selbst dürfte es bei Unternehmens- und Konjunkturdaten noch ruhig zugehen.

US-Inflation im Mittelpunkt

Der Blick richtet sich auf die Verbraucherpreise aus den USA, die am Mittwoch um 14.30 Uhr erscheinen. Analysten rechnen für September mit einem Anstieg von 0,6 Prozent zum Vormonat. Die Jahresrate soll von 3,4 auf 3,6 Prozent klettern, getrieben vor allem von den Energiepreisen. Die Kernrate wird dagegen stabil bei 2,4 Prozent erwartet.

Das hat Gewicht für die Geldpolitik. Nach den überraschend straffen Signalen von Fed und EZB im September haben sich die Zinserwartungen zwar beruhigt, Zinserhöhungen im Oktober sind ausgepreist. Für Dezember sehen Fed Funds Futures eine Anhebung der US-Notenbank allerdings zu 82 Prozent als wahrscheinlich an.

Hinzu kommt ein dichter Termin-Kalender rund um die Jahrestagung von IWF und Weltbank in Thailand:

  • Dienstag und Mittwoch: IWF-Weltwirtschaftsausblick, Finanzstabilitätsbericht und Fiscal Monitor
  • Mittwoch, 5.45 Uhr: Interview mit EZB-Ratsmitglied Emmanuel Moulin
  • Donnerstag, 14.30 Uhr: US-Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsatz
  • Freitag, 5.30 Uhr: Interview mit Fed-Chairman Kevin Warsh

Der Iran-Krieg und die erratische US-Wirtschaftspolitik erschweren den IWF-Prognosen die Arbeit, Szenarien dürften eine große Rolle spielen. Fällt die US-Inflation am Mittwoch höher aus als erwartet, könnte die Marke von 25.000 Punkten erneut in Reichweite rücken. Bleibt die Kernrate bei 2,4 Prozent, hat der DAX dagegen Platz bis in Richtung 25.500 Punkte.

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