DAX: Zinsdaten bremsen Rekordjagd
Der DAX steht nach Rekordhoch vor richtungsweisenden US-Inflationsdaten. Analysten erwarten eine Verschnaufpause, während Ölpreise und Berichtssaison die Märkte bewegen.

- DAX erreicht neues Allzeithoch
- US-Inflationsdaten am Mittwoch erwartet
- Analysten prognostizieren Atempause
- Ölpreise steigen wegen Iran-Konflikt
Der DAX schließt an eine der stärksten Wochen des Jahres an und steht dennoch vor einem Test, der die Rekordserie ins Stocken bringen könnte. Nach dem Sprung auf ein Allzeithoch von 26.445,18 Punkten am Freitag rückt nun die US-Inflation in den Blick – und die könnte der Rally erstmals seit Wochen die Richtung vorgeben.
Zum Wochenstart zeigt sich der Markt zunächst gelassen. Der Broker IG taxierte den Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart bei 26.346 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss von 26.319,45 Zählern. Die Futures an der Eurex bewegten sich in einer engen Spanne zwischen 26.371 und 26.435 Punkten – kein Ausbruch, aber auch keine Schwäche.
Fed-Fantasie trifft auf Gewinnserie
Der eigentliche Treiber der vergangenen Wochen war die Kombination aus starker Berichtssaison und sinkenden Zinssorgen. Seit dem Tief im Juli hat der DAX binnen drei Wochen mehr als sieben Prozent zugelegt. Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp rechnet nun mit einer Verschnaufpause, weil die auslaufende US-Gewinnsaison als Treiber an Kraft verliere.
Am Mittwoch dürften die US-Verbraucherpreise für Klarheit sorgen. Merck-Finck-Chefstratege Robert Greil erwartet eine stabile Inflationsrate von 3,5 Prozent – deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent. Entscheidender als die Teuerung selbst dürfte für die US-Notenbank aber der Arbeitsmarkt sein, der zuletzt mit rückläufiger Beschäftigung ein Warnsignal sendete. Die Terminmärkte haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September deutlich zurückgenommen.
JPMorgan-Stratege Mislav Matejka bleibt trotz der nahenden Datenlage optimistisch und rechnet mit weiteren Höchstständen, da solide Unternehmensgewinne und eine unaufgeregte Anlegerpositionierung den Markt gegen geopolitische Schocks absichern würden.
Iran-Konflikt und Berichtssaison als Unsicherheitsfaktoren
Die Lage um die Straße von Hormus bleibt ungelöst. Der Iran verhandelt mit Oman über neue Schifffahrtsrouten, machte eine Öffnung des Nervenzentrums der Ölversorgung aber weiterhin von Zugeständnissen der USA abhängig. Die Ölpreise zogen deshalb leicht an, ohne die Aktienmärkte in Asien zu belasten.
In der Berichtssaison meldet am Montag zunächst der Maschinenbauer GEA Zahlen. Es folgen Eon, Brenntag und Hannover Rück am Mittwoch sowie RWE am Donnerstag. Aus dem Zusammenspiel von Unternehmensergebnissen und den US-Inflationsdaten dürfte sich entscheiden, ob Anleger ihren Blick weiter auf die nächste runde Marke bei 27.000 Punkten richten können oder der Index erst einmal auf dem erreichten Niveau verschnaufen muss.
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