DAX: Zinssorgen weichen, Tech zieht an

Sinkende Zinserwartungen und bessere chinesische Stimmungswerte stützen den DAX; Infineon, Aixtron und Siltronic legen zu.

Die Kernpunkte:
  • DAX gewinnt früh 0,7 Prozent
  • Oktober-Zinserhöhung weniger wahrscheinlich eingepreist
  • Chinas Stimmungswerte liegen über 50 Punkten
  • Deutsche Bank stuft Commerzbank niedriger ein

Gleich zwei Impulse tragen den DAX am Mittwoch nach oben: taubenhafte Töne aus der US-Notenbank und freundliche Daten aus China. Der Leitindex legte im frühen Handel 0,7 Prozent auf rund 25.565 Punkte zu. Damit rückt das Tageshoch vom Dienstag wieder in Reichweite.

Fed-Signale und China-Daten

John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank in New York, sieht nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren keinen Grund zur Eile bei weiteren Schritten. Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Oktober fiel daraufhin von über 70 auf unter 50 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab leicht auf 5,21 Prozent nach.

Aus China kamen ebenfalls positive Signale. Mehrere Stimmungsindikatoren für Industrie, Dienstleister und Bau zogen an, die Hauptwerte lagen im September über der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Das deutet auf robuste Nachfrage hin, trotz des Kriegs im Nahen Osten, der Lieferketten belastet.

Für zusätzlichen Rückenwind sorgte Donald Trump. Er signalisierte nach Gesprächen mit der Branche eine Präferenz für Selbstverpflichtungen statt eines umfangreichen staatlichen Regelwerks für Künstliche Intelligenz. Marktbeobachter werten das als Entschärfung eines Risikos für KI-Investments. Infineon stieg um 1,0 Prozent, im MDax gewannen Aixtron und Siltronic 2,6 beziehungsweise 3,0 Prozent.

Einzelwerte: Commerzbank unter Druck

Die Commerzbank bildete zeitweise das Schlusslicht im Index, mit Abschlägen zwischen 0,9 und 1,5 Prozent. Die Deutsche Bank strich die Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 42 Euro. Analyst Benjamin Goy argumentiert, viele Kurstreiber wie steigende Zinseinkünfte und hohe Ausschüttungen seien eingepreist oder durch die starke Kursentwicklung bereits realisiert.

Fresenius erholte sich um 2 Prozent, nachdem die Aktie am Vortag nach einer FDA-Warnung knapp 5 Prozent verloren hatte. Händler halten den Abverkauf für übertrieben. BMW legte 1,8 Prozent zu, der Kapitalmarkttag steht im Blick. JP Morgan zweifelt, ob das langfristige Margenziel von 8 bis 10 Prozent im Autogeschäft für die nächsten drei Jahre realistisch ist.

Inflationsdaten als Prüfstein

Die Teuerung in Frankreich zog im September auf 3,4 Prozent an, Volkswirte hatten 3,1 Prozent erwartet. Um 14 Uhr folgen die gesamtdeutschen Zahlen. Am Nachmittag stehen in den USA ADP-Arbeitsmarktdaten und der PCE-Preisindex an.

Entscheidend ist dabei weniger, ob die Zahlen gut oder schlecht ausfallen, als die Reaktion am Anleihemarkt. Überschreitet der DAX die Marke von knapp 25.620 Punkten, wo auch die 21-Tage-Linie verläuft, wäre das ein erstes Signal für einen Ausbruch nach oben.

Anzeige

Stand heute, 30. September: DAX – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in DAX investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

DAX: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu DAX