DAX: Zinswoche mit Erholung zum Schluss

Nach geldpolitischen Straffungen in den USA und Japan stabilisierte sich der DAX. Infineon verkauft Speicherchip-Sparte an Winbond.

Die Kernpunkte:
  • Fed hebt Leitzins um 25 Basispunkte
  • Bank of Japan erhöht Zins auf 1,25 Prozent
  • DAX gewinnt am Donnerstag rund 0,7 Prozent
  • Infineon vereinbart Verkauf an Winbond

Zwei Zinsentscheidungen, hohe Ölpreise und geopolitische Spannungen im Nahen Osten – die vergangene Woche hatte einiges zu verdauen. Der DAX startete entsprechend zurückhaltend, fand aber zur Wochenmitte wieder Tritt und zeigte am Ende ein versöhnliches Bild.

Zinsschritte diesseits und jenseits des Pazifiks

Die US-Notenbank erhöhte am Mittwoch erstmals seit Juli 2023 den Leitzins, um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Begründet wurde der Schritt mit anhaltend hoher Inflation und einer robusten US-Wirtschaft. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise über die Marke von 5 Prozent, ehe sie am Donnerstag wieder auf rund 4,9 Prozent zurückfiel.

Auch in Japan ging die geldpolitische Straffung weiter. Die Bank of Japan hob ihren Leitzins am Freitag von 1,00 auf 1,25 Prozent an – der höchste Stand seit rund 31 Jahren. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen und wurde mit anhaltenden Inflationsrisiken sowie der Sorge vor einem schwächeren Yen begründet, der importierte Inflation weiter anheizen könnte.

Zunächst belasteten die Zinsschritte die Stimmung an den Aktienmärkten. Da die Entscheidungen aber weitgehend erwartet worden waren, konnten sich die Kurse im weiteren Wochenverlauf stabilisieren. Nachlassende Ölpreise und leicht sinkende Anleiherenditen halfen zusätzlich, vor allem in den USA.

DAX behauptet sich zwischen den Polen

Nach dem schwächeren Wochenstart legte der DAX am Donnerstag um rund 0,7 Prozent zu. Am Freitagvormittag notierte der Index bei etwa 25.539 Punkten – noch vor Handelsschluss, also als Momentaufnahme zu verstehen. Die US-Börsen zogen die Erholung mit: Der S&P 500 gewann am Donnerstag rund 1,1 Prozent auf etwa 7.638 Punkte, der Nasdaq Composite legte um 1,7 Prozent zu.

Im Halbleitersektor sorgten Berichte über mögliche Gespräche zwischen Intel und SK Hynix zur Produktion von Speicherchips in den USA kurzzeitig für Kursfantasie bei Intel. SK Hynix stellte allerdings klar, dass es noch keine verbindlichen Vereinbarungen gebe – Intel gab einen Teil der Gewinne wieder ab.

Bei Infineon rückte derweil eine Portfoliobereinigung in den Fokus. Der Konzern vereinbarte den Verkauf seines Geschäfts mit NOR-Flash- und F-RAM-Speichern an den taiwanischen Konzern Winbond für rund 1,12 Milliarden Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Für die kommende Woche bleibt der Blick auf die Notenbanken gerichtet. Nach den Zinsschritten von Fed und Bank of Japan dürfte sich zeigen, wie stark Energiepreise und Anleiherenditen die Stimmung an den Aktienmärkten weiter beeinflussen.

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