DAX: Zweifel statt Zutrauen?

Der deutsche Leitindex verliert über ein Prozent und rückt an den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt heran. Höhere Erzeugerpreise und geopolitischer Stress belasten die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Deutlicher Rückgang auf 24.440 Punkte
  • Erzeugerpreise über den Erwartungen
  • MTU Aero Engines als größter Verlierer
  • Technische Lage als überverkauft eingestuft

Höhere Erzeugerpreise als erwartet, dazu neue Spannungen im Nahen Osten — der DAX hatte am Montag gleich zwei Belastungsfaktoren zu verdauen. Das Ergebnis: ein Minus von rund 1,1 Prozent auf 24.440 Punkte, womit der Index nun gefährlich nah an seinen 200-Tage-Durchschnitt herangerückt ist.

PPI-Daten kippen die Stimmung

Der Handelstag begann bereits mit einem Abwärts-Gap. Als am Vormittag die deutschen Erzeugerpreisdaten veröffentlicht wurden und über den Erwartungen lagen, verstärkte sich der Verkaufsdruck. Höhere Produzentenpreise signalisieren anhaltenden Inflationsdruck — und damit weniger Spielraum für EZB-Zinssenkungen. Das Tagestief lag bei 24.263 Punkten, eine leichte Nachmittagserholung reichte nicht aus, um die Verluste nennenswert zu begrenzen.

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Die Marktbreite war eindeutig: 31 Verlierer standen lediglich 9 Gewinnern gegenüber. MTU Aero Engines verlor mit minus 3,67 Prozent am stärksten, SAP folgte mit minus 3,37 Prozent. Volkswagen und Mercedes-Benz büßten jeweils rund 2,6 Prozent ein. Gegen den Trend hielten sich RWE mit plus 2,29 Prozent, gestützt durch positive Analystenkommentare zu erneuerbaren Energien, sowie Commerzbank und Deutsche Börse mit moderaten Gewinnen.

Der GD 200 als Gradmesser

Charttechnisch wird es nun eng. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 24.115 Punkten — der DAX notiert aktuell nur etwa 1,3 Prozent darüber. Diese Linie gilt als langfristiger Trendindikator; ein nachhaltiger Bruch würde das mittelfristige Chartbild deutlich eintrüben. Das heutige Tagestief bei 24.263 Punkten fungiert als erste kurzfristige Unterstützung. Fällt der Index darunter, rückt die Zone um 24.000 Punkte in den Vordergrund.

Der RSI liegt bei 30,6 — technisch überverkauftes Terrain, das kurzfristig Erholungspotenzial signalisieren kann. Das erhöhte Xetra-Volumen von rund 2,2 Milliarden Euro deutet indes auf aktive Positionsanpassungen institutioneller Anleger hin, kein Zeichen von Panik, aber auch keines von Stabilität.

Was die nächsten Sitzungen bringt

Die Reaktion der Wall Street auf die geopolitischen Entwicklungen rund um den Iran wird am Dienstag den Ton angeben. Hinzu kommen weitere Äußerungen von EZB-Vertretern, die nach den heutigen PPI-Daten besonders aufmerksam verfolgt werden dürften. Solange der DAX seinen GD 200 verteidigt, bleibt eine technische Gegenbewegung möglich — der erste nennenswerte Widerstand auf der Oberseite liegt bei 24.497 Punkten, danach erst wieder bei 25.184 Punkten.

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