DAX: Zwischen Rekordzahlen und Raketen
Deutsche Bank, RWE und Nordex überzeugen mit starken Quartalszahlen, während iranische Raketenangriffe den DAX belasten.

- Iran-Raketenangriffe belasten DAX
- Deutsche Bank mit Rekordgewinn
- RWE und Nordex legen zu
- Chipwerte unter Druck
Frische Erträge bei den Konzernen, frische Unruhe an der Geopolitik-Front — der DAX steckt an diesem Mittwoch zwischen zwei Kräften fest, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Während Deutsche Bank, RWE und Nordex mit überzeugenden Quartalszahlen aufwarten, sorgen neue iranische Raketenangriffe auf US-Truppen im Nahen Osten für Nervosität.
Iran-Eskalation drückt auf die Stimmung
Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf den Iran hat Teheran nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf amerikanische Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Alle Geschosse wurden abgefangen, ein konkretes Ziel nannte das US-Regionalkommando nicht. Die Ölpreise reagierten prompt mit Aufschlägen, Brent kletterte auf über 87 Dollar je Barrel. Vorbörslich rutschte der DAX auf Werte zwischen 25.300 und 25.400 Punkten ab, nachdem er am Vortag noch 0,41 Prozent fester bei 25.464 Punkten geschlossen hatte — nur ein Stück entfernt vom Rekordhoch bei 25.900 Punkten aus dem Juli.
Bilanzsaison liefert Lichtblicke
Die Deutsche Bank überraschte mit einem Rekordgewinn im zweiten Quartal, getragen von der Investmentbank-Sparte — die Aktie legte vorbörslich um 1,7 Prozent zu. RWE blickt nach einem stärker als erwarteten Halbjahr optimistischer auf 2026 und gewann rund 3 Prozent. Noch deutlicher ging es für Nordex nach oben: Der Windkraftkonzern verdiente mehr als gedacht und bestätigte seine Prognose, das Papier sprang um mehr als 5 Prozent. Auch Redcare Pharmacy legte nach starkem Quartal um über 4 Prozent zu, das Analysehaus Jefferies lobte die Profitabilität der Internet-Apotheke. BASF stützte derweil ein neues Aktienrückkaufprogramm im Rahmen des laufenden Konzernumbaus.
Chipsektor bleibt Belastungsfaktor
Weniger Freude herrscht im Halbleitersektor. SK Hynix erzielte zwar erneut einen Rekordgewinn, verfehlte aber die Markterwartungen — die Aktie brach in Seoul massiv ein und riss den Kospi mit nach unten. Infineon und Aixtron gaben vorbörslich entsprechend nach, belastet von Sorgen um die Rentabilität der hohen KI-Investitionen und wachsender Konkurrenz aus China.
Am Abend richtet sich der Blick auf die US-Notenbank. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh dürfte die Fed den Leitzins zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen — die Entscheidung fällt um 20:00 Uhr MEZ. Bis dahin dürfte sich der DAX in seiner Seitwärtsbewegung zwischen den jüngsten Marken einpendeln, ehe die Fed-Entscheidung für neue Impulse sorgt.
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