DAX: Zwischen Zinssorgen und KI-Hoffnung
Der DAX verliert weiter an Boden, während positive Micron-Zahlen kaum Schwung bringen. Ifo-Daten zeigen Lichtblicke, doch die Autoindustrie trübt das Bild.

- DAX schließt schwächer bei 24.740 Punkten
- Micron übertrifft Erwartungen deutlich
- Ifo-Exportindikator hellt sich leicht auf
- Autoindustrie mit schlechtesten Exportaussichten
Der Mittwoch hinterließ Spuren. Der DAX schloss 0,6 Prozent schwächer bei 24.740 Punkten — die 25.000er-Marke rückt damit weiter in die Ferne. Am Donnerstagmorgen startete der Index nur leicht erholt in den Handel.
Micron gibt Rückenwind, aber kein Schwung
Der eigentliche Impuls des Tages kommt aus Übersee: Der US-Chiphersteller Micron Technology übertraf die Analystenschätzungen bei nahezu allen Kennzahlen und hob seine Umsatzprognose deutlich an. Die Reaktion an den asiatischen Märkten fiel entsprechend aus — Nikkei und KOSPI rückten wieder in die Nähe ihrer jüngsten Hochs. Technologiewerte profitierten kräftig.
Am deutschen Markt verpuffte der Impuls weitgehend. Marktanalyst Timo Emden bringt es auf den Punkt: Anleger steckten zwischen Zinssorgen und hohen KI-Erwartungen fest, was das Handelsgeschehen in eine „lethargische Schaukelbörse“ verwandele. Die jüngsten Verluste seien eher eine Verschnaufpause als der Beginn einer handfesten Korrektur.
Ifo-Daten — ein Lichtblick mit Schatten
Frischen Konjunkturstoff lieferte das Ifo-Institut: Die Exporterwartungen der deutschen Wirtschaft hellten sich im Juni leicht auf, der Indikator stieg von minus 5,6 auf minus 3,7 Punkte. Drei negative Monate in Folge sind damit unterbrochen.
Der Aufschwung bleibt allerdings ungleich verteilt. Während die Elektroindustrie optimistisch auf das Auslandsgeschäft blickt, verzeichnet die Autoindustrie mit minus 17,9 Punkten die schlechtesten Exportaussichten aller Schwergewichte — und die Stimmung verschlechterte sich zuletzt weiter.
Seitwärts mit Obergrenze
Technisch bewegt sich der DAX-Future weiter in einer engen Spanne zwischen 24.750 und 25.250 Punkten — ein Bild, das die aktuelle Orientierungslosigkeit gut beschreibt. Das Allzeithoch bei 25.507 Punkten vom 13. Januar liegt noch rund drei Prozent entfernt. Bis dahin bleibt die 21-Tage-Linie bei 24.820 Punkten die nächste relevante Hürde, die der Index am Donnerstag knapp zu überwinden versucht.
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