DAX Zwischen zwei Terminen

Der DAX zeigt sich nach anfänglichem Optimismus zum Iran-Abkommen wieder schwächer. Die Märkte warten nun auf die US-Leitzinsentscheidung und den großen Verfallstermin.

Die Kernpunkte:
  • DAX startet mit Kursgewinnen, verliert dann an Schwung
  • Iran-Abkommen sorgt für kurzfristige Euphorie
  • US-Notenbankentscheidung am Mittwoch im Fokus
  • SpaceX-Börsengang beflügelt Tech-Stimmung

Der Euphorie nach dem Iran-Deal folgt die Ernüchterung. Der DAX startete am Montag mit einem kräftigen Kurssprung, verlor aber schnell an Schwung — und zeigt sich am Dienstag mit leichten Abgaben von rund 0,2 Prozent bei etwa 24.855 Punkten.

Das Muster ist bekannt: Märkte hatten das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran schon am vergangenen Freitag teilweise vorweggenommen. Als die Nachricht dann offiziell kam, fehlten die Anschlusskäufer. Intraday tastete sich der Index bis auf 25.085 Punkte vor — das reichte jedoch nicht, um den Schlusskurs über die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke zu heben. Am Ende stand ein Plus von 1,05 Prozent bei 24.894 Punkten.

Zweifel am Deal nagen

So richtig überzeugend wirkt die Einigung nicht auf alle Marktteilnehmer. Der Deal gilt vielen als Zwischenschritt, nicht als dauerhafter Friedensschluss. Christopher Dembik von Pictet Asset Management zweifelt offen daran, ob die Straße von Hormus vollständig wieder geöffnet wird — und warnt vor einem erneuten Aufflackern der Spannungen im Nahen Osten im Sommer. Die israelische Armee zieht sich zudem vorerst nicht aus dem Südlibanon zurück, was als weiterer Stolperstein gilt.

Technisch hat der DAX jetzt eine konkrete Unterstützung zu verteidigen: die 21-Tage-Linie bei rund 24.785 Punkten. Fällt der Index darunter, wäre das ein erstes Signal, dass die Aufwärtsdynamik der vergangenen Wochen ins Stocken gerät.

Zwei Termine dominieren die Woche

Das eigentlich Entscheidende liegt noch vor den Märkten. Am Mittwoch gibt die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Leitzinsentscheid bekannt. Der gesunkene Ölpreis — direktes Ergebnis des Iran-Deals — hat Inflationssorgen kurzfristig gedämpft und erhöht zumindest theoretisch den Spielraum für eine taubenhafte Botschaft. Am Freitag folgt der große Verfallstermin an den Terminbörsen, der erfahrungsgemäß für erhöhte Volatilität sorgt.

Hinzu kommt ein Impuls aus den USA: Der SpaceX-Börsengang läuft bisher außerordentlich gut. Die Aktie kletterte in den ersten beiden Handelstagen bis auf 193 Dollar — rund 43 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Das entfachte breite Tech-Euphorie, ohne anderen Werten Kapital zu entziehen. Bis zum DAX-Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten fehlen nach wie vor gut 600 Punkte.

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