DeFi Technologies Aktie: 73 Prozent für Reverse Split

Trotz Gewinnen und hoher Liquidität fällt der Aktienkurs. Ein Reverse Split soll den Rauswurf von der Börse verhindern.

Die Kernpunkte:
  • 73 Prozent stimmten für Reverse Split
  • Neue Satzung schützt Management
  • Starke Quartalszahlen bei Valour
  • Kurs seit Jahresbeginn um 40% gefallen

Satte Gewinne und prall gefüllte Kassen treffen auf einen Kurs im freien Fall. Bei DeFi Technologies klaffen operative Realität und Börsenwert extrem weit auseinander. Die Aktie notiert aktuell bei 0,44 Euro. Damit steht sie nur knapp über ihrem am Mittwoch markierten 52-Wochen-Tief. Jetzt greift das Management zu drastischen Mitteln.

Aktionäre machen Weg für Reverse Split frei

Auf der Hauptversammlung 2026 stimmten die Investoren für eine weitreichende Maßnahme. Rund 73 Prozent billigten eine Aktienzusammenlegung. Ein konkretes Verhältnis oder ein Umsetzungsdatum stehen noch aus. Die Folge: Der Schritt soll den extrem niedrigen Aktienkurs künstlich anheben. Nur so kann das kanadische Fintech einen Rauswurf von der Börse verhindern.

Auch der Vorstand bleibt im Amt. Jonathan Dimitry erhielt dabei 95 Prozent Zustimmung. Johan Wattenstrom schnitt mit knapp 76 Prozent deutlich schwächer ab. Die Wahlbeteiligung fiel mit 31,7 Prozent der ausstehenden Aktien eher bescheiden aus.

Neues Regelwerk schützt das Management

Neben dem Reverse Split segneten die Aktionäre ein neues Vorabmelde-Statut ab. Gut 64 Prozent stimmten für die sogenannte Advance Notice By-Law. Diese Klausel verschärft die internen Regeln für kritische Investoren. Wer künftig eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat nominieren will, muss dies frühzeitig und detailliert melden.

Das Management gewinnt dadurch wertvolle Zeit im Vorfeld künftiger Hauptversammlungen. Beobachter werten das Statut als klassischen Abwehrmechanismus gegen aktivistische Aktionäre. Gerade bei kleineren börsennotierten Unternehmen kommt diese Taktik immer häufiger zum Einsatz.

Starke Bilanz verpufft an der Börse

Operativ läuft es rund für das Krypto-Unternehmen. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete DeFi Technologies einen Nettogewinn von 4,9 Millionen US-Dollar. Die operativen Kernumsätze erreichten starke 6,3 Millionen US-Dollar.

Besonders die Tochter Valour glänzte mit 3,3 Millionen US-Dollar Einnahmen aus Management- und Staking-Gebühren. Das verwaltete Vermögen stieg auf 533,6 Millionen US-Dollar. Ende März verfügte der Gesamtkonzern über 156 Millionen US-Dollar an Krypto-Assets und liquiden Mitteln.

Am Aktienmarkt spielen diese fundamentalen Erfolge jedoch keine Rolle. Das Papier stürzte seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent ab. Die 200-Tage-Linie verläuft völlig außer Reichweite bei 0,83 Euro.

Solange das Management keine genauen Details zum angekündigten Reverse Split liefert, fehlt der Aktie ein charttechnischer Boden. Ohne konkrete Umsetzungsdaten bleibt der massive Abwärtstrend trotz profitabler Geschäftszahlen voll intakt.

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