DeFi Technologies Aktie: 83-Prozent-Sturz auf 0,49 Euro

DeFi Technologies kämpft mit Aktienkurs unter einem Dollar um Nasdaq-Listing. Trotz hoher Krypto-Bestände und starker Zuflüsse droht der Börsenausschluss.

Die Kernpunkte:
  • Aktie notiert weit unter Nasdaq-Mindestkurs
  • Frist bis September zur Kurserholung
  • Reverse Split soll Rettung bringen
  • Valour verwaltet über 550 Millionen Dollar

Starke Zuflüsse, pralle Kassen, aber ein massives Problem an der Börse. Bei DeFi Technologies klaffen Realität und Aktienkurs weit auseinander. Die Nasdaq droht mit dem Rauswurf. Ein radikaler Schritt soll das Listing nun retten.

Frist läuft ab

Seit Monaten tickt die Uhr. Die Aktie notiert weit unter der wichtigen Ein-Dollar-Marke. Damit verletzt das Unternehmen die strengen Nasdaq-Regeln. Die Börse gewährt eine Frist bis zum 1. September 2026. Bis dahin muss der Kurs für mindestens zehn Tage über einen Dollar steigen.

Aktuell kostet das Papier 0,49 Euro. Das entspricht einem Absturz von rund 83 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch. Auch seit Jahresbeginn verlor der Titel gut 34 Prozent an Wert.

Die Folge: Das Management zieht die Notbremse. Am 29. Juni stimmen die Aktionäre über einen Aktiensplit im umgekehrten Verhältnis ab. Dieser sogenannte Reverse Split hebt den Kurs künstlich an. Er gilt als schnellster Weg aus der Gefahrenzone.

Volle Kassen, starkes Krypto-Portfolio

Der Preisverfall überrascht beim Blick auf die Bilanzen. Die Tochtergesellschaft Valour verwaltet mittlerweile wieder über 550 Millionen Dollar. Allein im April flossen dem ETP-Anbieter netto 14,6 Millionen Dollar zu.

Zusätzlich sitzt DeFi Technologies auf einem massiven Vermögen. Die Kassen sind mit über 100 Millionen Dollar in bar und Stablecoins gefüllt. Hinzu kommen Krypto-Bestände im Wert von 23,5 Millionen Dollar. Das Unternehmen hält unter anderem 251 Bitcoin sowie große Positionen in Solana und Sui.

Auch das operative Geschäft liefert solide ab. Valour erwirtschaftete im ersten Quartal 3,3 Millionen Dollar an Gebühren. Die Handelssparte Stillman Digital steuerte weitere 2,9 Millionen Dollar bei.

Institutionelle Offensive

Abseits des Listing-Kampfes baut der Konzern sein Netzwerk aus. Eine neue Partnerschaft mit dem Digital Monetary Institute der OMFIF öffnet Türen. Der hauseigene Valour-Index dient künftig als Datenquelle für Zentralbanken und Vermögensverwalter weltweit.

Parallel dazu verstärkt sich das Team. Russell Starr berät das Unternehmen ab sofort bei der Kapitalmarktstrategie. Der ehemalige CEO half bereits beim ursprünglichen Nasdaq-Listing. Er soll nun das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.

Am 29. Juni fällt die erste Vorentscheidung. Stimmen die Aktionäre dem Reverse Split zu, rückt die Nasdaq-Rettung in greifbare Nähe. Scheitert der Plan, droht der Aktie ein harter Weg bis zur September-Frist.

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