Delivery Hero Aktie: Aspex mit 15 Prozent zur Hauptversammlung

Delivery Hero erlebt starken Kursanstieg nach angekündigtem CEO-Wechsel. Aspex Management erhöht Druck, Hauptversammlung im Juni wird richtungsweisend.

Die Kernpunkte:
  • Stärkste Wochenperformance seit Börsengang
  • CEO Niklas Östberg kündigt Rückzug an
  • Aspex Management erhöht Anteil auf 15 Prozent
  • Talabat hebt Jahresprognose für Nettogewinn an

Delivery Hero erlebt eine seltene Mischung aus Kursrally, Machtverschiebung und Führungswechsel. Die Aktie legte die stärkste Wochenperformance seit dem Börsengang 2017 hin. Auslöser ist weniger ein einzelner Finanzwert als die Hoffnung auf tiefere Einschnitte im Konzern.

Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 28,99 Euro, nach einem Tagesplus von 3,98 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich der Anstieg auf 46,27 Prozent.

Östbergs Rückzug verändert die Lage

Der wichtigste Auslöser kam aus der Führungsetage. Delivery Hero teilte mit, dass Mitgründer und CEO Niklas Östberg die Führung bis spätestens 31. März 2027 abgeben wird. Der Aufsichtsrat will die Suche nach einem Nachfolger zeitnah starten.

Bis zur Übergabe bleibt Östberg im Amt. Er soll den laufenden Strategieprozess und mögliche M&A-Schritte weiter begleiten. Das ist wichtig, weil Delivery Hero mitten in einer möglichen Neuordnung des Portfolios steckt.

Die Aktie handelt inzwischen rund 34,60 Prozent über ihrer 200-Tage-Linie. Das zeigt, wie stark der Markt auf den angekündigten Wechsel reagiert. Kein Wunder, dass der nächste Termin nun besonderes Gewicht bekommt.

Aspex drückt auf Veränderung

Am 23. Juni kommt Delivery Hero in Berlin zur Hauptversammlung zusammen. Dort dürfte Aspex Management eine deutlich größere Rolle spielen als noch vor wenigen Monaten. Der Fonds aus Hongkong hat seinen Anteil von 9,2 Prozent auf rund 15 Prozent erhöht.

Damit tritt Aspex als mächtigster praktischer Stimmrechtsblock auf. Prosus darf seine Anteile nicht selbst abstimmen, weil diese von einem Treuhänder verwaltet werden. Für die Kräfteverhältnisse auf der Hauptversammlung ist das ein zentraler Punkt.

Aspex hatte zuvor öffentlich umfassende Änderungen im Management gefordert. Die zeitliche Nähe zum angekündigten CEO-Wechsel legt nahe, dass der Druck des Großaktionärs Wirkung zeigt. Eine offene Eskalation auf der Hauptversammlung könnte Delivery Hero damit zumindest entschärft haben.

Woowa und Talabat im Blick

Ein weiterer Hebel liegt in Südkorea. Delivery Hero prüft laut Bericht den Verkauf von Woowa Brothers, dem Betreiber von Baemin. Im Raum steht eine Bewertung von rund 8 Billionen Koreanischen Won.

Als mögliche Interessenten wurden Naver, Uber, Alibaba und DoorDash genannt. Eine verbindliche Vereinbarung gibt es bislang nicht. Auf der Hauptversammlung könnten Anleger mehr Klarheit zum Tempo der Gespräche bekommen.

Rückenwind kommt derweil von Talabat. Die Dubai-notierte Tochter steigerte den GMV im ersten Quartal um 19 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 1 Milliarde US-Dollar.

Talabat hob außerdem die Jahresprognose für den Nettogewinn an. Die neue Spanne liegt bei 300 bis 330 Millionen US-Dollar. Das stärkt die Ertragsstory, während Aspex sogar Rückzüge aus ganzen Regionen fordert.

Die Hauptversammlung am 23. Juni wird damit zum nächsten Prüfpunkt. Im Zentrum stehen drei Themen: der CEO-Prozess, mögliche Verkäufe und der wachsende Einfluss aktivistischer Aktionäre. Nach der Kursrally braucht Delivery Hero nun konkrete Schritte, die den Strategiewechsel greifbar machen.

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