Delivery Hero Aktie: DoorDash schürt Spekulationen bis 38 Euro

Uber und DoorDash liefern sich Bieterkampf um Delivery Hero. Analysten sehen Kurspotenzial bis über 40 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Uber bietet 33 Euro je Aktie
  • DoorDash zeigt angeblich Interesse
  • Talabat als begehrtes Kronjuwel
  • Analysten sehen fairen Wert über 40 Euro

Uber bietet 33 Euro, der Markt glaubt an mehr. Die Delivery-Hero-Aktie schloss gestern auf einem 52-Wochen-Hoch von 37,66 Euro — ein unmissverständliches Signal, dass Investoren auf Nachbesserung oder ein Gegenangebot warten. Innerhalb von 30 Tagen hat sich der Kurs fast verdoppelt.

Zwei Bieter, ein Kronjuwel

Ubers Übernahmeangebot von 33,00 Euro je Aktie ist offiziell — und vom Markt bereits überholt. Am Montag kletterte das Papier zeitweise auf 37,85 Euro, rund 15 Prozent über dem Gebot. Der Grund: Berichte der Financial Times zufolge soll auch DoorDash Interesse signalisiert haben, mit Preisspekulationen bis zu 38,00 Euro je Anteilsschein.

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Im Zentrum des Interesses steht Talabat, die MENA-Tochter von Delivery Hero. Das Geschäft in Nahost und Nordafrika gilt als das strategisch wertvollste Asset des Konzerns. DoorDash soll insbesondere an einer auf diese Region fokussierten Lösung interessiert sein — möglicherweise auch an einer Teilakquise statt einer Vollübernahme.

Analysten sehen Luft nach oben

Barclays und Jefferies beziffern den fairen Wert auf über 40,00 Euro — also noch einmal deutlich über dem aktuellen Kurs. Die Rally der vergangenen Wochen hat die Aktie zwar bereits rund 91 Prozent über ihr März-Tief von 14,99 Euro getrieben. Dennoch sehen die Experten das aktuelle Preisniveau als unvollständige Einpreisung des Übernahmepotenzials.

Fundamental hat sich die Lage bei Delivery Hero verbessert. Für 2026 wird ein bereinigtes EBITDA von rund einer Milliarde Euro erwartet. Die Nettoverschuldung sank auf etwa 1,40 Milliarden Euro, während eine Cash-Position von 2,81 Milliarden Euro den Konzern handlungsfähig hält.

Roadshow und regulatorische Realität

Heute trifft das Management bei J.P. Morgan, UBS und Berenberg auf institutionelle Investoren. Die Signale aus diesen Gesprächen dürften zeigen, ob der Vorstand eine eigenständige Zukunft anstrebt oder Verhandlungen über höhere Gebote aktiv vorantreibt.

Klar ist auch: Jede Übernahme wäre regulatorisch anspruchsvoll. Delivery Hero ist in über 60 Ländern aktiv, die Europäische Kommission würde eine Marktkonsolidierung dieser Größenordnung genau prüfen. Hinzu kommt, dass Ubers Versuch, das Taiwan-Geschäft zu übernehmen, im vergangenen Jahr an Regulierungshürden scheiterte — Delivery Hero kassierte damals eine Stornogebühr von 212 Millionen Euro. Wer auch immer am Ende zum Zug kommt, muss diesen Hürdenlauf einkalkulieren.

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