Delivery Hero Aktie: FTC prüft geplante Uber-Übernahme

Südkoreas FTC untersucht mögliche Folgen der geplanten Uber-Übernahme für Wettbewerb, Verbraucher und Gastronomie; der Abschluss wird erst 2027 erwartet.

Die Kernpunkte:
  • FTC startet wettbewerbsrechtliche Vorprüfung
  • Baemin führt Südkoreas Liefermarkt
  • Uber bietet 41,50 Euro je Aktie
  • Vollzug frühestens im zweiten Halbjahr 2027

Südkoreas Wettbewerbsbehörde FTC hat gestern eine Vorprüfung der geplanten Übernahme von Delivery Hero durch Uber Technologies eingeleitet. Der US-Konzern reichte den entsprechenden Antrag freiwillig ein, um wettbewerbsrechtliche Fragen vor der formellen Fusionsanmeldung abzuklären. Im Mittelpunkt des kartellrechtlichen Interesses steht das südkoreanische Geschäft des Berliner Konzerns.

Delivery Hero kontrolliert über die Beteiligungsgesellschaft Woowa DH Asia die Mehrheit an Woowa Brothers. Das Unternehmen betreibt mit Baedal Minjok, bekannt als Baemin, die führende Essensliefer-App in Südkorea. Für Uber bedeutet der angestrebte Zukauf eine Rückkehr in dieses Marktsegment. Nach einem ersten Vorstoß mit Uber Eats im Jahr 2017 hatte sich das US-Unternehmen dort 2019 zurückgezogen.

Marktmacht im Liefer- und Fahrdienst im Fokus

Die Aufsichtsbehörde stuft das Vorhaben als Konglomeratfusion ein, da zwei unterschiedliche Dienstleistungssektoren zusammengeführt werden. Geprüft wird vor allem, ob eine Bündelung beider Angebote den Wettbewerb im Land beeinträchtigen könnte. Im Raum stehen gemeinsame Mitgliedschaftsprogramme sowie verknüpfte Werbe- und Rabattaktionen.

In Südkorea treffen zwei sehr unterschiedliche Ausgangslagen aufeinander. Im Bereich der Fahrtenvermittlung rangierte Uber Taxi im Februar mit rund 650.000 monatlich aktiven Nutzern weit hinter dem Marktführer Kakao Mobility. Im Liefergeschäft behauptete Baemin im April mit 23,4 Millionen Nutzern die führende Marktstellung vor dem Verfolger Coupang Eats mit 13,15 Millionen Nutzern.

Die Wettbewerbshüter wollen nun feststellen, wie sich der Zusammenschluss auf die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher und die Lage der Gastronomiepartner auswirkt. Uber verweist auf Vorteile durch eine engere Verzahnung von Mobilität und Lieferdiensten sowie erweiterte Werbeformate für Händler.

Zeitplan bis 2027 und Barangebot

Das Barangebot von Uber beläuft sich auf 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie. Die Annahmefrist für die Anteilseigner läuft bis zum 5. November. Als Vollzugsbedingung gilt das Erreichen einer Mindestquote von 50 Prozent der Aktien plus einem weiteren Papier.

Der Deal bewertet das Berliner Unternehmen insgesamt mit rund 14,8 Milliarden US-Dollar. Uber hatte sich im Zuge der Offerte dazu verpflichtet, Delivery Hero unabhängig durch den Vorstand führen zu lassen und die Beschäftigten drei Jahre lang zu schützen. CEO und Mitgründer Niklas Östberg bezeichnete die Partnerschaft als den richtigen Schritt, um die Stärken in lokaler Essenslieferung und Quick Commerce zu nutzen.

Flankierend dazu ist der Verkauf von Aktivitäten in 14 Märkten an das New Yorker Investmenthaus SSW Partners vorgesehen (vor gut drei Wochen, seither +0,9 %). Mit dem finalen Vollzug der Akquisition rechnen die Beteiligten nach Abschluss aller internationalen behördlichen Verfahren erst im zweiten Halbjahr 2027.

An der Börse notiert die Aktie von Delivery Hero bei 36,95 Euro. Das Papier liegt damit 8,7 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel dennoch einen Kursgewinn von 63 Prozent.

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