Delivery Hero Aktie: JPMorgan prüft Woowa-Verkauf

Delivery Hero erwägt den Verkauf seiner südkoreanischen Tochter Woowa Brothers, um Schulden zu tilgen. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursanstieg.

Die Kernpunkte:
  • JPMorgan mit Verkaufsmandat beauftragt
  • Aktie steigt um rund 50 Prozent
  • Uber und Naver als Käufer im Gespräch
  • Schuldenberg von 6,1 Milliarden Euro

Delivery Hero stellt sein südkoreanisches Kronjuwel ins Schaufenster. Der Berliner Lieferdienstkonzern hat die US-Bank JPMorgan beauftragt, einen Verkauf der Tochtergesellschaft Woowa Brothers zu prüfen. Bei einer potenziellen Bewertung im Milliardenbereich zielt der Schritt direkt auf den massiven Schuldenberg des Unternehmens ab.

An der Börse kommt der harte Sanierungskurs hervorragend an. Mit einem Schlusskurs von 27,88 Euro am Donnerstag notiert die Aktie nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Allein in den vergangenen 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Kursplus von rund 50 Prozent.

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Bieterkampf um den Marktführer

Woowa Brothers betreibt in Südkorea die marktführende Liefer-App „Baemin“. Eine Transaktion könnte ein Volumen von rund 5,4 Milliarden Euro erreichen. Für die Übernahme bringen sich bereits globale Tech-Giganten in Stellung. Als Interessenten gelten Branchengrößen wie Uber, Alibaba und DoorDash sowie der lokale Player Naver.

Marktbeobachter spekulieren insbesondere über ein Konsortium aus Uber und Naver. Dabei wird eine Aufteilung der Anteile im Verhältnis 70 zu 30 Prozent erwogen. Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha Group hat sich indes aus dem Prozess zurückgezogen.

Fokus auf die Bilanz

Der mögliche Geldregen wird in Berlin dringend benötigt. Delivery Hero weist aktuell Verbindlichkeiten in Höhe von 6,1 Milliarden Euro auf. Um die Bilanz zu entlasten, bereinigt das Management das Portfolio konsequent. Zuvor ging bereits das Taiwan-Geschäft der Marke Foodpanda für 600 Millionen US-Dollar an den Wettbewerber Grab.

Das operative Geschäft zeigt sich währenddessen stabil. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Bruttowarenwert um knapp neun Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Diese Dynamik verschafft dem amtierenden CEO Niklas Östberg operativen Rückendwind, bevor er seinen Posten planmäßig Ende März 2027 abgibt.

Konsolidierung im Liefersektor

Das Mandat für JPMorgan verdeutlicht einen strategischen Schwenk. Der Konzern ist offenbar bereit, auch profitable Kernbeteiligungen zur Disposition zu stellen, um langfristig finanzielle Stabilität zu erreichen. Woowa Brothers erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von über fünf Billionen Won. Der Betriebsgewinn lag dabei leicht unter dem Vorjahresniveau.

Parallel dazu schreitet die Konsolidierung im globalen Quick-Commerce-Sektor voran. Konkurrent DoorDash baute seine Position bereits durch die Übernahme von Deliveroo massiv aus und dominiert den US-Markt mit hohen Marktanteilen.

Ein erfolgreicher Verkauf von Woowa Brothers würde die Schuldenlast von Delivery Hero auf einen Schlag weitgehend neutralisieren. Die Verhandlungen im laufenden zweiten Quartal 2026 zielen nun auf eine konkrete Einigung ab. Setzt sich das kolportierte Uber-Naver-Konsortium durch, verliert der Berliner Konzern zwar sein asiatisches Zugpferd, gewinnt aber den entscheidenden finanziellen Spielraum für die eigene Restrukturierung.

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