Delivery Hero Aktie: Pandora soll nach Singapur umziehen

Der Plattformumzug nach Singapur ist geplant; zugleich verlängert CEO Östberg seine Amtszeit und Delivery Hero reduziert die Kreditmarge.

Die Kernpunkte:
  • Pandora-Transfer nach Singapur vorgesehen
  • Rund 200 Beschäftigte sollen in Berlin bleiben
  • Uber hält bereits 53 Prozent
  • Kreditmarge um 150 Basispunkte gesenkt

Der Essenslieferdienst Delivery Hero bereitet den Umzug seiner zentralen Technologieplattform Pandora vor. Einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge soll das System von Berlin nach Singapur transferiert werden. Für den Standort in der deutschen Hauptstadt zeichnen sich damit spürbare Einschnitte ab: Rund 200 Beschäftigte sollen zunächst in Berlin bleiben, nachdem ursprünglich etwa 400 Mitarbeiter betroffen gewesen sein sollen.

Die geplante Verschiebung der IT-Aktivitäten nach Asien fällt in eine Phase, in der die operative Ausrichtung des Konzerns neu austariert wird. Der Schritt verdeutlicht die zunehmende Verlagerung von Schlüsselressourcen in internationale Kernregionen.

Umbau am Standort Berlin und Uber-Offerte

Der Umbau steht in einem übergeordneten Kontext mit Veränderungen im Gesellschafterkreis. Laut einem Bericht des Handelsblatts hat sich der US-Konzern Uber bereits 53 % an Delivery Hero gesichert. Den verbleibenden Aktionären liegt eine Übernahmeofferte in Höhe von 41,50 € je Aktie vor, deren Annahmefrist bis zum 5. November 2026 läuft.

Die fortschreitende Integration und die Mehrheitsverhältnisse beeinflussen auch die personelle Führung des Berliner Unternehmens. In einer Phase weitreichender organisatorischer Anpassungen setzt die Konzernspitze auf Stabilität.

Kontinuität an der Unternehmensspitze

Am Donnerstag wurde bekannt, dass Mitgründer und CEO Niklas Östberg über den 31. März 2027 hinaus im Amt bleiben wird. Damit revidiert Delivery Hero eine frühere Ankündigung vom 12. Mai. Nach Angaben des Unternehmens steht dieser Entschluss im direkten Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von Uber.

Die Verlängerung der Amtszeit soll Kontinuität während der laufenden Transaktion gewährleisten. Neben personellen Weichenstellungen treibt das Management zugleich die bilanzielle Konsolidierung voran.

Zinskosten durch Kredit-Repricing gesenkt

Bereits am 14. September schloss Delivery Hero das Repricing für ein Term Loan B mit einem Gesamtvolumen von 1.332 Mio. USD ab, das im Dezember 2029 fällig wird. Wegen starker Nachfrage seitens institutioneller Kreditgeber konnte die Transaktion vorzeitig beendet werden.

Der erfolgreiche Abschluss verschafft dem Unternehmen spürbare finanzielle Entlastung beim laufenden Schuldendienst. Die Zinsmarge für das Dollar-Darlehen wurde im Zuge der Verhandlungen um 150 Basispunkte gesenkt. Der Zinssatz liegt nun bei SOFR plus 350 Basispunkte, nachdem zuvor ein Aufschlag von SOFR plus 500 Basispunkte galt.

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Gesamtlage in einer soliden Jahresentwicklung wider. Die Aktie von Delivery Hero ging am Freitag bei einem Schlusskurs von 36,25 € aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 59 %.

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