Delivery Hero Aktie: Prosus stoppt Verkauf an Uber

Prosus wehrt sich gegen EU-Verkaufsauflage für Delivery-Hero-Anteile, um Uber den Weg zu erschweren. Aktie fällt trotz Übernahmegerüchten.

Die Kernpunkte:
  • Prosus fordert EU zum Umdenken auf
  • Uber profitiert von bisherigen Aktienverkäufen
  • Übernahmepoker um 33 Euro je Aktie
  • Hauptversammlung am 23. Juni entscheidend

Prosus greift ein. Der niederländische Technologie-Investor hat die EU-Kommission aufgefordert, die kartellrechtliche Auflage fallen zu lassen, die ihn zur Veräußerung seiner Delivery-Hero-Anteile zwingt. Die Begründung: Ein erzwungener Verkauf könnte Uber den Weg ebnen — ausgerechnet jenem US-Konzern, der gerade über eine Übernahme des Berliner Lieferdienstes verhandelt.

Prosus hält derzeit rund 17 Prozent an Delivery Hero. Die Auflage stammt aus dem August 2025, als Brüssel die Übernahme von Just Eat Takeaway.com nur unter der Bedingung genehmigte, dass Prosus seine damals 27,4-prozentige Beteiligung wegen überlappender Food-Delivery-Aktivitäten in fünf europäischen Ländern drastisch reduziert. Die Frist: zwölf Monate.

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Zwei Verkäufe, ein Käufer profitiert

Prosus hat bereits geliefert. Im April verkaufte der Konzern 4,5 Prozent — 13,6 Millionen Aktien zu je 20 Euro — an Uber. Erlös: rund 270 Millionen Euro. Einen Monat später folgte ein weiterer Block von rund 5 Prozent an Aspex Management, diesmal zu 22 Euro je Aktie. Weitere 335 Millionen Euro flossen.

Doch genau diese Verkäufe zeigen das Dilemma. Uber hat sich eingekauft, verhandelt nun über eine Komplettübernahme — und Prosus soll weiter verkaufen. CEO Fabricio Bloisi nannte die Auflage öffentlich einen „großen Fehler“, der künftige Investitionen in Europa abschrecken könnte.

Preispoker ohne Bewegung

Uber hat ein indikatives Angebot von 33 Euro je Aktie vorgelegt. Wichtige Anteilseigner verlangen über 40 Euro. Ein erneuter Vorstoß bei 38 Euro wurde abgelehnt. Die Lücke bleibt.

Die Delivery-Hero-Aktie schloss am Freitag bei 36,44 Euro, ein Minus von 6,40 Prozent. Trotz des Rücksetzers steht auf 30-Tage-Sicht ein Plus von knapp 90 Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei 23,3 — technisch überverkauft. Die Volatilität über 30 Tage beträgt annualisiert 73 Prozent.

Hauptversammlung als Fixpunkt

Am 23. Juni tritt die Hauptversammlung zusammen. Bis dahin stehen drei Fragen im Raum: Hebt Uber sein Angebot an? Wie reagiert die EU-Kommission auf Prosus‘ Antrag? Und welche Fortschritte meldet CEO Niklas Östberg bei der strategischen Überprüfung, die seit Dezember 2025 läuft?

Teil dieser Prüfung ist der mögliche Verkauf von Woowa Brothers, dem koreanischen Betreiber von Baemin. JPMorgan leitet den Prozess.

Eine vollständige Übernahme durch Uber würde kartellrechtliche Prüfungen in rund 65 Ländern erfordern. Basisannahme: zwölf bis 18 Monate Genehmigungszeitraum. Das Ausführungsrisiko ist erheblich, die Übernahmeprämie wird zum kurzfristigen Hauptwerttreiber.

Prosus will nicht mehr verkaufen. Uber will kaufen. Und die EU-Kommission sitzt am Hebel.

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