Delivery Hero Aktie: Uber bietet 41,50 Euro
John Woyton ersetzt Scott Ferguson im Delivery-Hero-Aufsichtsrat. Die Uber-Offerte läuft, während Analysten operative Fortschritte unterschiedlich bewerten.

- John Woyton rückt in Aufsichtsrat
- Scott Ferguson scheidet aus Gremium
- Uber bietet 41,50 Euro je Aktie
- Aktie seit Jahresbeginn 62 Prozent höher
Inmitten der laufenden Übernahmephase durch den US-Konzern Uber verzeichnet der Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero eine personelle Veränderung in seinem Kontrollgremium.
Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass John Woyton mit Wirkung zum 9. September 2026 in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen wurde. Er übernimmt den Sitz von Scott Ferguson, der aus dem Gremium ausgeschieden ist.
Woyton wird damit auch die bisherigen Aufgaben seines Vorgängers im Prüfungs- sowie im Strategieausschuss übernehmen. Diese Besetzung soll nach Unternehmensangaben bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2027 Bestand haben.
Strategische Kontinuität während der Uber-Übernahme
Die Neubesetzung erfolgt in einer für das Unternehmen entscheidenden Phase. Vor gut einer Woche hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero den Aktionären offiziell empfohlen, das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot von Uber International Technologies II Corporation anzunehmen.
Das Angebot sieht einen Barpreis von 41,50 Euro je Aktie vor, was einer Gesamtbewertung von rund 14,8 Milliarden US-Dollar entspricht. Medienberichten zufolge haben die Führungsgremien das Angebot unabhängig geprüft und als vorteilhaft für die Stakeholder eingestuft.
Aktionäre des Unternehmens haben nun bis zum 5. November 2026 Zeit, ihre Anteile im Rahmen des Angebots anzudienen. Trotz der klaren Empfehlung der Unternehmensführung wird der vollständige Vollzug der Transaktion erst für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
Der Aufsichtsrat, in dem Woyton nun im Strategieausschuss mitwirkt, spielt bei der Begleitung dieses Prozesses eine zentrale Rolle, da die Transaktion laut Bloomberg einen bedeutenden Schritt zur Konsolidierung des Marktes darstellt.
Analysten bewerten operative Stärke und Deal-Struktur
Unabhängig von der Personalie im Aufsichtsrat blicken Analysten derzeit verstärkt auf die operativen Fortschritte des Konzerns. Annick Maas von Bernstein Research bestätigte Anfang September die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 41,50 Euro. Sie wies darauf hin, dass die aktuelle Entwicklung rund um den Uber-Deal die operative Performance überlagere. Insbesondere bessere Trends im zweiten Quartal hatten zuvor zu einer Anhebung der Jahresziele geführt.
Auch die Analysten der UBS bewerteten die Lage Anfang September und beließen die Einstufung auf „Neutral“. Analyst Jo Barnet-Lamb begründete das Kursziel von ebenfalls 41,50 Euro mit den starken fundamentalen Daten, die im Zusammenhang mit den Ergebnissen des zweiten Quartals gemeldet wurden. Die operative Verbesserung stützt nach Ansicht der Experten die Bewertung, die nun eng an den gebotenen Übernahmepreis gekoppelt ist.
Kursentwicklung und Marktlage
An der Börse spiegeln sich die jüngsten Ereignisse in einer stabilen Verfassung des Titels wider. Am Freitag schloss das Papier bei 36,80 Euro. Damit verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 62 %.
Obwohl der Wert damit deutlich über den Tiefständen des vergangenen Jahres notiert, bleibt ein gewisser Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 16. Juli 2026 bei 40,49 Euro markiert wurde. Die aktuelle Notierung liegt zudem weiterhin unter dem von Uber gebotenen Barpreis, was die üblichen zeitlichen Risiken und Unsicherheiten bis zum geplanten Abschluss der Übernahme im kommenden Jahr widerspiegelt.
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