Delivery Hero Aktie: Uber bietet 41,50 Euro
Uber will Delivery Hero für 13 Milliarden Euro übernehmen. Der Deal umfasst Standortgarantien und den Verkauf von Teilen an SSW Partners.

- Barangebot von 41,50 Euro je Aktie
- Verkauf von 14 Ländergeschäften an SSW Partners
- Berliner Hauptsitz bis 2029 gesichert
- Großaktionär Prosus sagt Unterstützung zu
Der US-Fahrdienstvermittler Uber Technologies strebt die vollständige Übernahme des Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero an. Wie die Uber-Tochtergesellschaft Uber International Technologies II Corporation am 16. Juli 2026 bekannt gab, sieht das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot eine Barzahlung von 41,50 Euro je Aktie vor. Diese Offerte bewertet das Unternehmen mit einem Eigenkapitalwert von rund 13 Milliarden Euro. Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen das Vorhaben und haben bereits ein entsprechendes Business Combination Agreement unterzeichnet.
Strategische Zerschlagung zur Sicherung des Deals
Parallel zum Übernahmeangebot wurde ein umfassender Verkauf von Firmenteilen vereinbart, um kartellrechtliche Hürden zu minimieren. Delivery Hero veräußert hierzu seine Geschäftsbereiche in 14 Ländern an den Investor SSW Partners. Betroffen sind unter anderem die Märkte in Spanien (Glovo), Österreich (foodora), der Türkei (Yemeksepeti) und Griechenland. Laut offiziellen Angaben von Uber beläuft sich der Kaufpreis für diese Sparten auf circa 1,6 Milliarden US-Dollar.
Durch den Zusammenschluss entsteht eine kombinierte Plattform, die in 99 Ländern aktiv ist. Auf Basis der Zahlen für das Jahr 2025 erreichten die Unternehmen gemeinsam ein Bruttogeschäftsvolumen von 236 Milliarden US-Dollar. Während Uber rund 50 Märkte in den Konzern integriert, übernimmt SSW Partners jene Regionen, in denen es zu erheblichen Überschneidungen mit bestehenden Uber-Diensten gekommen wäre.
Standortgarantien und Investitionszusagen für Deutschland
Uber hat sich im Rahmen der Vereinbarung zu weitreichenden Zusagen für den Standort Deutschland verpflichtet. Der Hauptsitz von Delivery Hero soll bis mindestens 2029 in Berlin verbleiben. Zudem wurde für die dortige Belegschaft eine Beschäftigungsgarantie für einen Zeitraum von drei Jahren vereinbart. Darüber hinaus plant der US-Konzern, bis zum Jahr 2031 insgesamt 2 Milliarden Euro in den deutschen Markt zu investieren.
Uber-Chef Dara Khosrowshahi betonte, dass der Zusammenschluss die Anzahl der Märkte, in denen das Unternehmen sowohl Mobilitäts- als auch Lieferdienste anbietet, verdoppeln werde. Nach Angaben des Finanzchefs von Uber lag der durchschnittliche Einstiegspreis für die bereits zuvor erworbenen Aktienpakete bei knapp über 30 Euro. Die Transaktion soll sich bereits ab dem ersten Jahr nach dem Vollzug positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie auswirken.
Großaktionär Prosus ebnet den Weg
Die Erfolgsaussichten der Übernahme gelten als gesichert, da Uber bereits ein wirtschaftliches Gesamtinteresse von mehr als 53 Prozent der Anteile hält. Neben einer direkten Beteiligung von knapp 25 Prozent und weiteren 12 Prozent über Finanzinstrumente liegt eine unwiderrufliche Andienungszusage des Großaktionärs Prosus vor. Prosus hat sich verpflichtet, seinen Anteil von rund 16,8 Prozent in das Angebot einzubringen. Die Mindestannahmeschwelle für das Angebot liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie.
An der Börse notiert die Aktie von Delivery Hero derzeit bei 38,14 Euro und damit noch unter dem gebotenen Übernahmepreis. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits um 66,99 % zulegen, wobei das 52-Wochen-Hoch bei 40,49 Euro markiert wurde. Analysten haben ihre Einschätzungen umgehend angepasst: Während die Deutsche Bank Research das Kursziel auf 40 Euro (Hold) hob, rät Jefferies mit einem neuen Kursziel von 42 Euro weiterhin zum Kauf. Die Häuser LBBW und MWB Research taxieren den fairen Wert nun exakt auf das Übernahmeniveau von 41,50 Euro.
Der vollständige Vollzug der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet, vorbehaltlich der fusionskontrollrechtlichen Genehmigungen. An der Spitze des Berliner Unternehmens steht zudem ein personeller Wechsel bevor: Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird Mitbegründer und CEO Niklas Östberg sein Amt Anfang 2027 niederlegen.
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